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Mespelbrunn
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Mespelbrunn

Tour 35 (7/2003)

Durch tiefe Wälder zum Wirtshaus im Spessart

Auf abwechslungsreichen Wegen von Aschaffenburg nach Mespelbrunn und zurück.

Auf abwechslungsreichen Wegen von Aschaffenburg nach Mespelbrunn und zurück.

Die FR-Mountainbiketour für den Juli führt uns ins Ausland. Wobei das - zugegeben - sehr durch die hessische Brille betrachtet ist. Denn Aschaffenburg und sein Hinterland gehören natürlich klar zur Rhein-Main-Region. Und dass sich dort sehr gut im Gelände Rad fahren lässt, dafür dürfte diese Tour Beweis sein. Sie ist mit 57,5 Kilometern und knapp 1300 Höhenmetern wieder mal etwas kräftiger geraten, nachdem der Saisonstart ja doch recht gemächlich verlief. Aber, so haben wir uns gedacht, wenn man schon eine ausschweifendere Runde machen will, sollte man das tun, so lange die Tage lang sind.

Wir werden dafür mit Natur und Kultur in Hülle und Fülle belohnt. Das Sightseeing-Programm mit Aschaffenburg selbst sowie dem Spessart-Klassiker Mespelbrunn sucht seinesgleichen. Und die Wege dahin . . . wer sie fahrend genossen hat, wird verstehen, weshalb wir gar nicht erst versuchen, dafür Worte zu finden. Für ganz Harte haben wir bei Mespelbrunn noch eine "Zusatzrunde" (plus 170 Höhenmeter auf 4,1 Kilometern, siehe Grafik) mit einer rasanten Abfahrt eingebaut. Ein letzter Hinweis sei gestattet zur Anreise: Aschaffenburg ist zwar nicht RMV-Gebiet, und Zugbenutzer müssen ein Ticket fürs Rad lösen, doch die Verbindungen sind besser als bei vielen anderen Touren.

Nun aber los. Es geht gemütlich aus Aschaffenburg heraus, wobei wir uns ziemlich im Grünen entlang der Fasanerie bewegen. Sehr schnell tauchen wir dann in den Wald ein. Apropos Wald: Wir sind bis auf ganz kurze Stücke fast nur im Forst unterwegs, was aber wegen der zurzeit zu erwartenden Hitze recht angenehm ist. Zudem rollen wir durch sehr unterschiedliche Wälder. Hier, am Anfang in der Gegend um Haibach, sind es feuchtere, manchmal fast schon düstere Abschnitte entlang kleiner, scharf ins Gelände einschneidender Rinnsale.

Das wird anders bei der Passage übers offene Land, wobei wir Straßbessenbach passieren. Von dem einstigen Postkutschenhalt geht es mächtig hinauf. Oben treffen wir auf ein Steinkreuz, das Posthalterkreuz, um das sich eine schöne Anekdote rankt: Von Raben angegriffen, sollen einem Kutscher die Gäule durchgegangen sein (Hitchcock im Spessart?). Jedenfalls dankte der Kutscher, da er lebend davonkam, dem Herrgott mit einem großen Kreuze.

Wir können nun auch unseren Stollengäulen die Sporen geben, denn auf den nächsten Kilometern unter lichten Baumkronen verläuft der Kurs bis zur ersten Rast am Wirtshaus Echterspfahl nur mäßig bergig. Das ändert sich. Die Abfahrt nach Mespelbrunn ist erstklassig - die alten Hohlwege gehören eben doch zum Schönsten, was die Mittelgebirge den Bikern zu bieten haben.

Erstklassig natürlich auch Mespelbrunn, die "Perle des Spessart": Das Wasserschloss derer von Echter ist Romantik pur, zudem wurde dort für Kurt Hoffmans Filmkomödie Das Wirtshaus im Spessart gedreht. Schönheit mag schwach machen, das enthebt uns aber nicht der Entscheidung, ob wir die längere oder kürzere Variante nehmen. So oder so, danach fahren wir entspannt ein bildhübsches Tal hinauf zum Rasthaus Hohe Wart.

Auch da bietet sich eine Pause an, um Kraft für die letzten schweren Aufgaben zu tanken. Denn weiter rollen wir auf jenen markigen, leicht verfallenen Wegen. In dem Falle führen sie uns zur Sodenburg und weiter in den ehemaligen Kurort Sodenthal. Doch Kur war einmal, denn wir haben nun einen langen, manchmal steilen Weg hinauf zur Kuppe des Stengerts vor uns. Leider ist der Aussichtsturm da oben etwas von der umgebenden Flora eingeholt worden, schön ist?s trotzdem.

Vor allem die Abfahrt nach Schweinheim. Diesen Vorort von Aschaffenburg queren wir dann aber flott: Wir wollen Land gewinnen, das Maintal ruft, und von den zwei letzten kleinen Erhebungen bietet sich ein wahrhaft grandioser Ausblick über die Ebene. Auf sandigen Pfaden - fast fühlt man sich in mediterrane Gefilde versetzt - steuern wir zum Ufer des Flusses hinunter. An dem entlang radeln wir aus und kriegen den letzten Höhepunkt serviert: Aschaffenburgs mächtiges Schloss Johannisburg.

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