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Partydrogen im Check.

Drug Checking

Ergebnis nach 20 Minuten

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Wir erklären, wie das geplante Projekt funktionieren soll.

Wie sieht das Konzept für das Drug-Checking in Hessen aus?
Es handelt sich um eine Präventionsstudie. Das heißt, sie soll die Frage beantworten, ob Drug-Checking Drogenkonsum verhindern kann – beziehungsweise mindern.

Gibt es dafür nicht bereits einen wissenschaftlichen Nachweis?
Nein. Der fehlt bislang. Drug-Checking gibt es zwar seit Jahren in vielen Ländern. Doch bislang gibt es nur Erfahrungswerte. Demnach wirft der überwiegende Teil der Konsumenten die Droge weg, wenn sie nicht enthält, was sie erwarten.

Auf welchen Zeitraum ist das Projekt anlegt?
Auf drei Jahre. So ist Zeit für den Aufbau, das sogenannte Integrierte Drug-Checking selbst und die Auswertung.

Wofür steht Integriertes?
Es ist immer verbunden mit einer Beratung.

Wo sollen die Drogen analysiert werden?
In Frankfurt gibt es ein Büro, das mindestens einmal pro Woche zu einer festen Zeit geöffnet hat. Neben dem stationären gibt es als zweites Standbein ein mobiles Angebot. Das ist in ganz Hessen auf Festivals unterwegs. Hier gibt es zwei unterschiedliche Varianten: Die eine Hälfte ist eine reine Beratung mit Flyern und anderem Informationsmaterial. Die zweite besteht aus der Kombination von Beratung und Drug-Checking.

Warum gibt es diese beiden Varianten?
Um herauszubekommen, ob mit dem Checking mehr Menschen erreicht werden können als ohne.

Neben der Quantität soll die Qualität gemessen werden. Wie das?
Eine Woche nach dem Erstgespräch gibt es ein freiwilliges Zweitgespräch, um herauszubekommen, ob die Beratung etwas im Verhalten verändert hat. Oder die hochriskante Droge trotz Warnung doch genommen wurde. 

Wie viele Konsumenten sollen erreicht werden?
Das lässt sich nicht beziffern. Auf einem bestimmten Festival in Portugal bilden sich immer lange Schlangen vor dem Drug-Checking-Zelt.

Bekommen die Konsumenten nach dem Check ihre Drogen wieder zurück?
Nein. In der Regel geben sie auch nur einen Abrieb ab, das reicht für die Analyse. Es handelt sich somit um keine Weitergabe von Drogen.

Welche Drogen können analysiert werden?
Psychoaktive Stoffe, die nicht pflanzlicher Natur sind, wie Cannabis. Das sind zum Beispiel Ecstasy, Speed, Kokain, LSD, Amphetamine. Der Check dauert rund 20 Minuten.

Was ist Ziel dieses Projektes?
 „Wir wollen die Diskussion aus der Ideologieecke holen“, sagt Martin Schmid von der Hochschule Koblenz. Er ist verantwortlich für die wissenschaftliche Auswertung. Die Hoffnung ist, mit den aus dem Projekt gewonnenen wissenschaftlichen Fakten die Debatte zu versachlichen.

Welche Institutionen sind außerdem an dem Projekt beteiligt?
Volker Auwärter vom Universitätsklinikum Freiburg ist mit seinem Team zuständig für die Laboranalyse. Der Frankfurter Verein Basis mit Karsten Tögel-Lins an der Spitze setzt sein erfahrenes Beraterteam ein, das den Kontakt mit den Konsumenten übernimmt.

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