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Mehr Platz und mehr Information – damit punkten die neuen Züge der Dreieichbahn.

Verkehr

Neue Züge für die Dreieichbahn

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Auf der Strecke der Dreieichbahn werden nach und nach zehn neue Fahrzeuge in Betrieb genommen.

Von Samstag an fahren Bahnreisende aus Dieburg, Eppertshausen, Rödermark, Dreieich und Neu-Isenburg komfortabler, sicherer und wahrscheinlich auch pünktlicher zum Frankfurter Hauptbahnhof. Auf der Strecke der Dreieichbahn fährt morgen nämlich erstmals einer der zehn neuen Dieseltriebzüge, die die Deutsche Bahn (DB) beim polnischen Hersteller Pesa Bydgoszcz SA bestellt hat. Am Donnerstag präsentierten DB, RMV, Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach das neue Fahrzeug am Frankfurter Hauptbahnhof der Öffentlichkeit.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Probleme bei der Dreieichbahn gehäuft: proppenvolle Triebwagen, kaputte Klimaanlagen, Züge, die reihenweise ausfielen oder Verspätung hatten. Seit gut einem Jahr fährt jeder zweite Zug nach Frankfurt durch, die Passagiere müssen nicht mehr in Dreieich-Buchschlag in die S-Bahn umsteigen.

Seitdem sind die Fahrgastzahlen stark gestiegen. „Jeden Werktag sind rund 7000 Fahrgäste mit der Dreieichbahn unterwegs“, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat gestern. Doch gleichzeitig wurden die zehn bis 15 Jahre alten Fahrzeuge immer störanfälliger. Erst am 8. Januar mussten Fahrgäste wegen eines technischen Defektes fast drei Stunden lang im Triebwagen mitten auf der Strecke ausharren, und ein paar Tage später sprangen die Diesel bei klirrender Kälte nicht an.

Dreieichbahn: Austausch war schon lange überfällig

Ein Austausch der störanfälligen Fahrzeuge war schon lange überfällig, und ursprünglich war der Einsatz der Dieseltriebzüge auf der Strecke auch bereits für 2016 geplant. Doch weil der polnische Hersteller Pesa erstmals zum Zuge kam – er gab laut einem Bahnsprecher das günstigste Angebot ab – , dauerte das Zulassungsprozedere länger als gedacht. „Bisher haben wir die Aufträge immer an Konsortien vergeben, die schon Erfahrungen im deutschen Netz hatten“, sagt der Bahnsprecher. Bei der ersten Auslieferung auf einer anderen Strecke bekamen die polnischen Triebwagen zunächst keine Betriebsgenehmigung vom Eisenbahnbundesamt. Das Unternehmen musste nachbessern, die „Jungfernfahrt“ verschob sich nach hinten.

Jetzt soll alles besser werden: Die neuen Fahrzeuge vom Typ Pesa Link bieten mehr Platz, akustische Fahrgastinformationen, Bildschirme mit Echtzeitinformationen über die Fahrt und die nächsten Anschlüsse, Steckdosen, Anlagen zur Videoaufzeichnung, ein barrierefreies WC, einen gesondert gekennzeichneten Mehrzweckbereich für bis zu zwölf Fahrräder, sowie Spaltüberbrückungen an den Zugtüren, die den stufenlosen Einstieg erleichtern. Äußerlich unterscheiden sich die neue Triebzüge von ihren Vorgängern durch runde Kanten und einen abgeschrägten Führerstand, der dem eines ICE ähnelt.

30 Millionen Euro habe die Deutsche Bahn für die neuen Fahrzeuge investiert, verrät der Bahnsprecher. Er prophezeit, dass die stärker motorisierten Züge den „Fahrplanverlust“ verringern können; Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 Kilometern pro Stunde. „Sie sind in der Beschleunigung kräftiger“, erklärte er. Auch die von der Politik geforderte Elektrifizierung der Dreieichbahn-Strecke sei kein Problem. Die neuen Züge könnten jede Strecke befahren, „egal, ob sie elektrifiziert ist oder nicht“.

Dreieichbahn - Die neuen Züge im Überblick

Zehn neue Dieseltriebzüge hat die Deutsche Bahn beim polnischen Hersteller Pesa Bydgoszcz SA bestellt. Neun davon sollen bis April ausgeliefert sein, der zehnte wurde zur Kapazitätsverstärkung zusätzlich nachbestellt und kommt im August.

Sieben Triebzüge sind dreiteilig und bieten je 160 Sitzplätze, drei sind zweiteilig mit je 110 Sitzplätzen.

Die Fahrzeuge älterer Bauart werden in den kommenden Wochen sukzessive ausgemustert. ann

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