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Justiz

Betrug mit Scheinfirmen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Ein Trio, das in Dreieich eine Baufirma betreibt, hinterzieht vier Millionen Euro Umsatzsteuer. Dafür setzt es teils lange Haftstrafen.

Rund vier Millionen Euro Umsatzsteuer hat ein Trio hinterzogen, das die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Darmstadt jetzt einige Jahre hinter Gitter geschickt hat. Mit Hilfe von Scheinfirmen brachten sie Rechnungen mit einem Volumen von mehr als 45 Millionen Euro in Umlauf, ohne die Umsatzsteuer abzuführen. Das „Geschäftsmodell“ des Offenbachers und der zwei Frankfurter, die in Dreieich (Kreis Offenbach) eine Baufirma betrieben, ging drei Jahre lang gut, dann traf sie der Arm des Gesetzes.

Die Steuerkriminellen hatten über Strohleute seit 2015 eine Vielzahl an Kapitalgesellschaften gegründet. Die Scheinfirmen seien durch Firmenbestatter liquidiert worden, sobald behördliche Ermittlungen erkennbar waren, erklärte die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Dabei habe es sich um Personen gehandelt, die bei dem Kauf der Unternehmen mit gefälschten Identitäten auftraten oder sich im Anschluss ins Ausland absetzten.

Laut Staatsanwaltschaft nutzten auch mehr als 100 Lieferanten und Kunden die Rechnungen, um sich unberechtigte Steuervorteile zu erschleichen und „Schwarzarbeit“ eigener Arbeitnehmer zu ermöglichen. Einer dieser Kunden war vor der Wirtschaftsstrafkammer als Zeuge gehört worden und bestätigte die Tatvorwürfe. Alle diese Unternehmer erwarten nun ebenfalls Strafverfahren sowie erhebliche Steuernachzahlungen.

Steuerbetrug bleibt mehrere Jahre unentdeckt

Von 2016 bis Anfang 2019 blieb der Steuerbetrug der Bande unentdeckt. Dann kam ihnen die Ermittlungsgruppe der Steuerfahndung Darmstadt auf die Schliche und deckte dann auch die netzwerkartigen Strukturen auf. 200 Steuerfahnder sowie Polizeibeamte durchsuchten im März 2019 an insgesamt 40 Orten in Rhein-Main und Südhessen Wohnungen und Büros der Verdächtigen.

Die Wirtschaftsstrafkammer verurteilte die drei Angeklagten im Alter von 28, 40 und 66 Jahren nun wegen bandenmäßiger Hinterziehung von Umsatzsteuer zu Haftstrafen von vier Jahren, vier Jahren und neun Monaten sowie fünfeinhalb Jahren. Sie saßen seit der Razzia in Untersuchungshaft und waren vor Gericht weitgehend geständig, was bei der Strafzumessung auch berücksichtigt wurde.

Die Durchsuchungen im Jahr 2019 brachten bei dem Trio Vermögenswerte von über einer Million Euro zum Vorschein. Sie wurden zugunsten der Staatskasse eingezogen. Laut Staatsanwaltschaft Darmstadt gehörte noch ein weiterer Verdächtiger zum Täterkreis. Er ist aber flüchtig und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

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