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Drei Skulpturen am Congresscenter

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Von: Andrea Rost

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Emilia Neumann mit Modellen ihrer „Congress Sculptures“.
Emilia Neumann mit Modellen ihrer „Congress Sculptures“. © Rolf Oeser

Die Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann hat den Wettbewerb „Kunst am Bau“ des Rhein-Main-Congresscenters gewonnen. Den Entwurf für ihre drei amorphen Skulpturen präsentiert sie in einer Ausstellung.

Es sind drei überlebensgroße Skulpturen, deren Sinn sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt. Sie widme sich in ihrer Kunst nicht der konkreten Darstellung von Dingen, sagt die Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann. „Mir geht es um sinnliche Einlassungen, darum, dass meine Objekte wie Individuen miteinander agieren. Wer daran vorbeigeht, soll selbst interpretieren können, was er sieht.“

Das gelte auch für die „Congress Sculptures“, wie sie die amorphen Formen genannt hat, die sie für den Wettbewerb „Kunst am Bau des Rhein-Main-Congresscenter (RMCC)“ entworfen hat und die im kommenden Frühjahr auf der Grünfläche vor dem Ausstellungs- und Konferenzbau an der Friedrich-Ebert-Allee aufgestellt werden.

Die 37 Jahre alte Bildhauerin hat den vom Wiesbadener Eigenbetrieb für Messe, Kongress und Tourismus (TriWiCon) ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Sie hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert, Arbeiten von ihr sind unter anderem in Köln, in Ulm und in der Sammlung zeitgenössischer Kunst im Bundesrat Berlin zu sehen. Insgesamt waren acht Arbeiten für den Wettbewerb eingereicht worden, beteiligt hatten sich unter anderem Künstlerinnen und Künstler aus Berlin, Düsseldorf und London. In einer Ausstellung im Hauptfoyer des Congresscenters sind die Entwürfe und Skizzen bis Dienstag 6. Dezember, zu sehen.

Der nicht offene Wettbewerb war der zweite Anlauf für Kunst am Bau vor dem 2018 eröffneten RMCC. Der erste endete mit einem Eklat, als die international bekannte Künstlerin Monica Bonvicini ihren Siegerentwurf, eine vier Meter hohe begehbare Pyramide, nach etlichen Querelen schließlich zurückzog.

Stadträtin Christiane Hinninger (Grüne) lobte bei der Eröffnung der Ausstellung im RMCC-Foyer Neumanns Skulpturen als „letzten Baustein“, um die Bauphase des RMCC abzuschließen. Für die Vorsitzende der Jury, Beate Kempfert, Kuratorin der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, schafft das Kunstwerk eine spannungsreiche Verbindung mit der Kulturmeile an der gegenüberliegenden Straßenseite, wo sich der dreiflügelige Bau des Landesmuseums Wiesbaden ebenso befindet wie das neue Museum Reinhard Ernst, das im kommenden Jahr eröffnet wird.

Sie habe sich von der Thematik „Wasser“ inspirieren lassen, sagte Emilia Neumann. Das Element spiele in Wiesbaden mit seinen Thermalquellen ein große Rolle. In der Ausstellung sind Gipsmodelle der Skulpturen im Maßstab 1:10 zu sehen. Sie lassen die Ausgangsmaterialien erkennen, die Neumann zerschnitten, verformt und neu zusammengesetzt hat: Wasserbehälter, Tanks und Tonnen, deren Formen noch sichtbar sind, die aber mit eingefärbtem Beton ausgegossen und geschliffen werden. Fließend bleibt die Oberfläche, auf der sich die Farben vermischen, was Bewegung suggeriert.

Informationen zur Ausstellung und Anmeldung zu den Führungen unter www.rmcc.de/kunstambau

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