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Verbraucherschutz

Drei Menschen starben an Keimen aus Hessen

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Wurst-Listerien wurden sogar bei 16 Toten identifiziert. Hessens Umweltministerin Hinz zeigt sich zuversichtlich, dass kein Wilke-Produkt mehr im Handel ist.

Drei Menschen in Deutschland sind mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Verzehr von Wurst des nordhessischen Herstellers Wilke, der Anfang Oktober geschlossen wurde, gestorben.Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) berichtete am Freitag unter Berufung auf Ergebnisse des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass die Menschen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt stammten.

Bisher war die Öffentlichkeit davon ausgegangen, dass zwei Menschen aus Südhessen durch die mit Keimen belastete Wurst ums Leben gekommen seien. Davon hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg gesprochen.

Das RKI in Berlin bestätigte der FR am Freitag, dass auch in Hessen zwei Menschen gestorben seien, die an Listeriose des gleichen Typs erkrankt gewesen seien. Allerdings gingen die Behörden bei ihnen davon aus, dass die Keimerkrankung nicht die Todesursache gewesen sei. Sie seien daher „nicht an Listeriose, sondern mit Listeriose gestorben“, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Am Mittwoch, 16. Oktober, muss Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Landtag zahlreiche Fragen zum Vorgehen beim Wilke-Wurstskandal beantworten. Linke, SPD und FDP haben Fragenkataloge eingereicht.

Zuhörer können an diesem Teil der Sitzung im Umweltausschuss teilnehmen. Sie beginnt um 10 Uhr in Raum 501A des Hessischen Landtags in Wiesbaden. pit

Insgesamt habe das RKI sogar bei 16 Todesfällen festgestellt, dass die Menschen an Listerien vom Typ „Sigma 1“ erkrankt gewesen seien, fügte sie hinzu. Nur bei den drei Personen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sei dies aber „direkt oder indirekt“ die Todesursache gewesen.

Dreizehn weitere gestorbene Listeriose-Patientinnen und Patienten, darunter die beiden aus Hessen, seien aber an einer anderen Ursache gestorben. Viele von ihnen hätten Vorerkrankungen gehabt.

Das RKI hatte nachgewiesen, dass die teilweise tödlichen Erkrankungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Listerien vom Typ „Sigma 1“ zurückzuführen sind – allerdings ohne den Firmennamen zu nennen. Hinz hatte bekannt gegeben, dass sich dieser Listerien-Typ in Wurstproben von Wilke befunden habe. Bei einem Besuch der Task Force Lebensmittelsicherheit beim Regierungspräsidium Darmstadt zeigte sich Hinz zuversichtlich, dass inzwischen Entwarnung für die Verbraucherinnen und Verbraucher gegeben werden könne. „Nach dem Rückruf kann man davon ausgehen, dass in Hessen keine Wurst mehr von Wilke im Handel ist“, sagte sie in Darmstadt.

Der Leiter der Task Force, Tobias Lackner, erläuterte, dass der Zusammenhang zwischen Erregern in der Wurst und Erkrankungen erst durch eine relativ neue Methode habe nachgewiesen werden können. Das RKI habe mit einem „mikrobiellen genetischen Fingerabdruck“ gearbeitet. Erst dadurch könne der „Ausbruchszusammenhang“ bestätigt werden.

Am 16. September hatte das Umweltministerium den Hinweis erhalten, dass Krankheits- und Todesfälle wahrscheinlich mit Wilke-Wurst zusammenhingen. Die Task Force wurde am 25. September eingeschaltet.

Zur Begründung sagte Hinz, die Task Force sei nicht die zuständige Behörde für die Lebensmittelüberwachung. „Die zuständige Behörde ist der Landkreis“, der „unverzüglich“ habe handeln müssen. Die Ministerin setzt sich dafür ein, dass das Land in solchen Fällen künftig Weisungen erteilen kann.

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