1. Startseite
  2. Rhein-Main

Dividende für die Genossen

Erstellt:

Kommentare

Das Haus Bommersheimer Straße 68 (links) mit acht Wohnungen war 2021 bezugsfertig. FOTOs: Priedemuth
Das Haus Bommersheimer Straße 68 (links) mit acht Wohnungen war 2021 bezugsfertig. FOTOs: Priedemuth © jp

Wohnungsgenossenschaft legt Geschäftsbericht vor

OBERURSEL - Die Wohnungswirtschaft ist relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Und im Rhein-Main-Gebiet wird die Nachfrage nach Wohnungen auch auf lange Sicht größer sein als das Angebot. Gute Bedingungen also auch für die Oberurseler Wohnungsgenossenschaft (OWG), die vor allem in Oberursel und Kronberg Wohnungen vermietet. Der Geschäftsbericht für 2021 liegt nun vor. Insgesamt 1551 Wohnungen und 916 Garagen oder Pkw-Stellplätze gehören der Genossenschaft zum Stichtag 31. Dezember 2021 in Oberursel.

In Kronberg sind es 149 Wohnungen und 115 Garagen oder Pkw-Stellplätze. Hinzu kommen noch fünf Wohnungen in Frankfurt plus drei Garagen oder Pkw-Stellplätze. Von den insgesamt 1705 Wohnungen sind 170 öffentlich gefördert, was rund zehn Prozent des Bestandes entspricht.

60 neue Wohnungen in Kronberg

Das neue Haus in der Bommersheimer Straße 68 mit acht Wohnungen und elf Stellplätzen ist fertig. Rund 1 843 000 Euro hat es gekostet, vollständig finanziert durch Fremdmittel. Am 1. Mai 2021 konnten die ersten Mieter einziehen. Das Gebäude steht auf dem Grundstück Bommersheimer Straße 62-66, dort hat die OWG bereits Wohngebäude mit insgesamt 19 Wohnungen. Diese wurden 2021 für rund 2 190 000 Euro umfassend energetisch modernisiert und saniert.

Ein größeres Neubauprojekt läuft derzeit in Kronberg-Oberhöchstadt. In der dortigen Friedensstraße 2-20 entstehen insgesamt 60 Wohnungen, davon werden voraussichtlich zwölf öffentlich gefördert sein. Zu der Anlage soll dann auch eine Tiefgarage für 67 Fahrzeuge und 15 oberirdische Stellplätze gehören. Baubeginn war im vorigen Februar, das Investitionsvolumen beläuft sich auf voraussichtlich 15,1 Millionen Euro, überwiegend aus Fremdmitteln finanziert.

Für Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen hat die Genossenschaft 2021 insgesamt 4 403 096,82 Euro investiert, was 41,26 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche entspricht. Im Vorjahr waren es nur 3 180 436,15 Euro (29,56 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche). Ferner wurden insgesamt 46 Wohnungen nach Mieterwechseln modernisiert, was mit 991 000 Euro zu Buche schlug und pro Wohnung rund 21 500 Euro ausmachte.

6,87 Euro pro Quadratmeter

Insgesamt 79 Mieter haben 2021 ihre Wohnungen gekündigt. Die häufigsten Gründe waren Umzug in eine größere Wohnung, Wohnungstausch, Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim oder Todesfall. Die Weitervermietung war termingerecht. Leerstände gab es nur wegen Modernisierungsmaßnahmen oder Abbrüchen. Die durchschnittliche Nutzungsgebühr pro Quadratmeter Wohnfläche betrug im Jahr 2021 insgesamt 6,87 Euro.

Der Bilanzgewinn der OWG beträgt laut Geschäftsbericht 225 438,75 Euro, das ermöglicht die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von vier Prozent brutto. Die Eigenkapitalquote liegt bei 66 Prozent (Vorjahr 63,7 Prozent). Das langfristige Eigenkapital erhöhte sich um 2 289 000 Euro auf 43 561 700 Euro. Und das alles trotz steigender Preise für Holz und Stahl; Konstruktionsvollholz verteuerte sich laut statistischem Bundesamt gegenüber dem Jahr 2020 um 77,3 Prozentpunkte. Baustahl wurde um rund 53 Prozentpunkte teurer. Als Risiken für die künftige Geschäftsentwicklung benennt die OWG die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und die anhaltende Corona-Pandemie. Als Folgen werden mögliche Engpässe in der Gasversorgung, gestiegene Energiepreise, Rohstoffknappheit und fehlende Zulieferung, die die Preise weiter steigen lassen, genannt. Das verteuere sowohl den Neubau von Wohnungen als auch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Ein Hindernis für den Neubau sei auch "die zögerliche Baulanderschließung der Kommunen". Damit gehe auch eine Verteuerung von Grundstücken einher.

Gemessen an der ortsüblichen Vergleichsmiete gebe es "ein weiterhin ausbaufähiges Mieterhöhungspotenzial". Für die Zukunft wolle die Genossenschaft "besondere Aufmerksamkeit auch auf die Errichtung barrierearmer, seniorengerechter Wohnungen legen".

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die OWG mit einem Jahresüberschuss zwischen 1 200 000 und 1 600 000 Euro.

Auch interessant

Kommentare