Kommentar

Ditib ist ein heikler Partner

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Die Nähe von Ditib zur türkischen Regierung ist heikel. Am hessischen Islamunterricht gibt es allerdings bisher nichts auszusetzen - ein Kommentar.

Es war im Jahr 2012 eine gute Idee, den muslimischen Religionsunterricht genau so anzulegen wie den christlichen. Muslimische Schülerinnen und Schüler besitzen den gleichen Anspruch auf Religionsunterricht wie ihre Mitschüler.

Schon zum Start des Islamunterrichts war aber allen Beteiligten bewusst, wie anspruchsvoll das Vorhaben sein würde. Denn nur zwei muslimische Verbände sind den komplizierten Weg gegangen, eine Religionsgemeinschaft nach deutschem Recht zu werden: Ahmadiyya und Ditib.

Hintergrund: Zweifel an Unabhängigkeit von Ditib 

Im Jahr 2019 ist die Lage noch komplizierter geworden. Ditib ist an vielen Stellen als politischer Verband aufgefallen, der die Interessen des türkischen Staatschefs Erdogan vertritt. Das macht die Zusammenarbeit heikel.

Doch zugleich läuft der hessische Islamunterricht bisher gut. Hier gibt es keine Anzeichen für Einflüsse von Intoleranz. Es ist daher klug von Kultusminister Lorz, das Projekt nicht aufzugeben. Doch der Druck aus der eigenen Partei ist beträchtlich. So könnte es sein, dass dieser Mittwoch der Einstieg in den Ausstieg aus dem Islamunterricht an hessischen Schulen gewesen ist.

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