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Was bringt der Digitalpakt den Schulen in Hessen?

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Hessen dämpft die Erwartungen. Wie weit soll die digitale Bildung an den Schulen gehen?

An den hessischen Schulen ist viel zu tun, um sie für das digitale Zeitalter auszurüsten. Nachdem der Bund im Digitalpakt zugesagt hat, fünf Milliarden Euro dafür zur Verfügung zu stellen, könnte manch einer auf die Idee kommen, nun gehe es ganz schnell „von der Steinzeit in die Moderne“.

Doch das sind, wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betont, „abenteuerliche Vorstellungen“. Weder befinde man sich noch in der Steinzeit noch lasse das Bundesprogramm große Sprünge zu. Fünf Milliarden Euro bundesweit über fünf Jahre seien zwar „sehr hilfreich“, aber letztlich doch nur „eine Anschubfinanzierung“. Der Grünen-Bildungspolitiker Daniel May sprach von einem „willkommenen Sahnehäubchen“.

Es gehe um 75 Millionen Euro im Jahr für die hessischen Schulen. Bei fünf Milliarden Euro, die Hessen pro Jahr in die Bildung stecke, sei das eine Steigerung um nicht viel mehr als fünf Prozent.

An jeder Schule kommen, wie die Linken-Abgeordnete Elisabeth Kula ausgerechnet hat, vom Geld des Bundes damit knapp 37 000 Euro in jedem Jahr an, das seien pro Schülerin und Schüler weniger als 100 Euro.

Die Landesregierung hob hervor, dass sie längst damit begonnen habe, die Schulen mit digitalen Mitteln auszustatten und pädagogische Konzepte für ihren Einsatz zu entwickeln. So laufe bereits seit 2001 das Programm „Schule@Zukunft“, in das auch Geld aus dem Digitalpakt gelenkt werden solle, kündigte Lorz an.

Hundert Euro pro Schüler

Im Landtag gehen die Meinungen weit auseinander, wie weit der Einsatz digitaler Lernmittel an den Schulen gehen soll. Hier prescht die FDP vor. Nötig sei schnelles Internet in jedem Klassenzimmer, forderte ihr Abgeordneter Moritz Promny. Die Landesregierung müsse die Bundesmittel für den Digitalpakt mindestens verdoppeln.

CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg warnte davor, einseitig die digitale Bildung in den Vordergrund zu rücken. Er griff die FDP wegen ihres Wahlslogans „Digitalisierung first, Bedenken second“ an. „Wir haben dafür zu sorgen, dass die klassischen Kulturtechniken in den Schulen höchste Priorität haben“, betonte Boddenberg. Die Befürworter einer solchen Position dürften nicht als „Bedenkenträger“ abgekanzelt werden.

SPD und Linke halten digitale Bildung für dringend geboten. Der SPD-Abgeordnete Bijan Kaffenberger nannte als Ziel, „dass jedes Kind es schaffe, einen Platz in der digitalen Gesellschaft zu finden und deren Herausforderungen zu meistern“.

Dagegen zeigte sich die AfD besonders skeptisch. Ihr Bildungspolitiker Rolf Kahnt mahnte, die Schüler verbrächten ohnehin viel Zeit „an diesen zugegebenermaßen unterhaltsamen Geräten“. Ziel müsse es sein, das „Leistungsniveau“ an den Schulen nachhaltig anzuheben.

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