+
An der Heinrich-von-Kleyer-Schule in Frankfurt lernen junge Menschen, was alles so an Technik im Fahrzeug steckt. Dabei sind digitale Geräte nicht wegzudenken.

Digitalpakt

Hessens Klassenzimmer sollen fit für die Zukunft werden

  • schließen

Der Digitalpakt soll Hessens Klassenzimmer fit für die Zukunft machen. Die Bedürfnisse dafür sind sehr verschieden.

Knapp 400 Millionen Euro kommen Hessen in den nächsten fünf Jahren aus dem Digitalpakt zugute, den Bund und Länder vereinbart haben. Damit sollen Breitbandanschlüsse, WLAN-Router sowie Smartboards und Tablets finanziert werden. Die Länder selbst werden zudem in die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte investieren.

Ende Mai will das hessische Kultusministerium nun mitteilen, wie das Geld konkret an den rund 2000 Schulen in Hessen eingesetzt werden soll. Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass die Schulen ein pädagogisches Konzept zum Einsatz der digitalen Medien vorlegen.

Zurzeit laufen nach Auskunft eines Ministeriumssprechers noch die Abstimmungen zwischen Kultus-, Finanz- und Digitalministerium. Dazu gab es bereits mehrere Treffen und Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden, deren Mitglieder Städte und Landkreise als Schulträger für die Ausstattung der Schulen zuständig sind.

Wie viele der rund 2000 hessischen Schulen bereits über ein leistungsfähiges WLAN verfügen, war bislang nicht bekannt. Bundesweit ist das in etwa jeder dritten Schule der Fall, wie eine jüngst vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) veröffentlichte repräsentative Umfrage ergeben hat. Das hessische Kultusministerium verweist darauf, dass die Ausstattung grundsätzlich eine Aufgabe der Schulträger, also der Städte und Kreise, sei.

Lesen Sie auch: Die Medienpädagogin Paula Bleckmann erklärt im Interview, warum es für das frühe Lernen Wichtigeres gibt als WLAN, Smartboards und Vokabeltrainer auf dem Smartphone.

Breitbandanschlüsse für schnelles Internet in Schulgebäuden

Der aktuelle Stand des Ausbaus mit Breitbandanschlüssen für ein schnelles Internet und WLAN in den Schulgebäuden solle nun aber ermittelt werden, teilt das Ministerium auf eine Anfrage der Partei Die Linke mit. Immerhin verfügten laut Kultusministerium 70 Prozent der Schulen über eine Breitband-Internet-Anbindung. Vieles entstand im Rahmen des Programms schule@zukunft.

Das durch die Landesregierung aufgelegte WLAN-Förderprogramm „Digitale Dorflinde“ hat das Ziel, den WLAN-Ausbau besonders in ländlichen Regionen voranzutreiben. Zwar nicht nur in Schulen, aber eben auch. Gerade erst hat Frankfurt ein Pilotprojekt zur Ausstattung der Schulen mit WLAN gestartet. 14 der rund 170 städtischen Schulen sollen in diesem Modellversuch Erfahrungen sammeln.

Gesondert ausgewiesen werden die Mittel für den WLAN- und Internetausbau an Schulen nicht. Nach Auskunft des Kultusministeriums stehen für die Sanierung, Erweiterung und Neubauten von Schulen insgesamt knapp 560 Millionen Euro aus dem kommunalen Investitionsförderprogramm „KIP macht Schule“ zur Verfügung.

Auf dieser Seite haben wir gefragt, welche Ausstattung Schulen schon haben, was sie noch brauchen und welche Erwartungen sie in den Digitalpakt setzen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Es sind weit grundlegender Fragen zu klären als die, ob Smartphones und WLAN als Unterrichtsmaterialien an Schulen sinnvoll sind.

Lesen Sie auch:

Bewegung statt Tablets - an der Offenbacher Anne-Frank-Schule sind digitale Medien umstritten.

Druck aus den Betrieben - Berufsschüler haben immer öfter Tablets, doch viele Schulen haben kein WLAN.

Smartboard im Klassenraum - an der Philipp-Reis-Gesamtschule in Friedrichsdorf gehört digitaler Unterricht zum Alltag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare