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Beate Schwartz-Simon (r.) und ihr Team bauen eine digitale Werkbank auf.

Roboter

Digitale Werkbank

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Geplant ist, Geräte in Workshops zu erklären. Wer etwa den 3D-Drucker oder -Scanner nutzen will, muss einen kleinen „Führerschein“ dafür machen.

Einen kleinen Roboter so programmieren, dass er Hindernisse überwindet und Gegenstände aufhebt. Mit einem 3D-Drucker Schmuckstücke oder Schrauben herstellen, mit einem Plotter Grafiken auf T-Shirts drucken. Dias, alte Schallplatten und CDs digitalisieren, Fotos mit Spezialsoftware bearbeiten.

Das alles können Besucher des Kulturforums in Hanau bald tun. Leiterin Beate Schwartz-Simon und ihr Team bauen gerade eine digitale Werkbank auf, die voraussichtlich Ende August in Betrieb genommen wird. „Wir möchten unser Spektrum erweitern, digitale Teilhabe fördern und damit auch die Chancengleichheit verbessern“, sagt Schwartz-Simon, die die Stadtbibliothek seit 1997 führt. Auch Menschen, die sich etwa einen Plotter nicht leisten können, sollen Zugang dazu erhalten.

Die Geräte, in die das Kulturforum 9500 Euro investiert hat, werden nicht einfach nur hingestellt. Geplant ist, sie in Workshops zu erklären. Wer etwa den 3D-Drucker oder -Scanner nutzen will, muss einen kleinen „Führerschein“ dafür machen. Ziel sei es, einen „Makerspace“ zu schaffen, eine Art Hobbyraum im digitalen Zeitalter, in dem Menschen gemeinsam kreativ sind.

„Der Austausch – zwischen unterschiedlichen Menschen – ist uns besonders wichtig“, so Schwartz-Simon. Jeder könne sein Wissen einbringen und von anderen lernen. „Am besten wäre es, wenn sich das Projekt ein Stück weit verselbstständigt.“ Wenn also eine Gruppendynamik entsteht und zum Beispiel Spezialisten für Fotosoftware ihre Kenntnisse vermitteln. Die Werkbank soll am bisherigen Standort der großen Servicetheke im zweiten Stock entstehen, die dafür ins Erdgeschoss wandert.

In Sachen digitale Werkstatt ist die Stadtbibliothek Köln bundesweit führend, Hanau hat sich dort Anregungen geholt. In der Region gibt es solche Angebote bislang kaum.

Bis Sommer 2015 war das Kanzleigebäude in der Altstadt Sitz der Hanauer Stadtbibliothek. Dann zog sie in das neue Forum am Freiheitsplatz, wo die Stadt eine jährliche Miete von etwa 1,7 Millionen Euro an den Investor zahlt.

Seit dem Umzug hat sich viel verändert. Schwartz-Simon erklärt, sie freue sich sehr über die Entwicklung, und verweist unter anderem auf stark gestiegene Besucherzahlen und die zum Teil mit Kooperationspartnern neu geschaffenen Möglichkeiten im Kulturforum, beispielsweise die Bildungsberatung oder die Lernwerkstatt, wo schon intensiv Wissen ausgetauscht werde.

Das Interesse an digitalen Angeboten sei enorm, was sich auch in Statistiken des Kulturforums widerspiegele. So sind die 16 etwa mit Office-Paket ausgestatteten PCs der Bibliothek demnach zu 70 Prozent ausgelastet. Und rund 4000 Besucher monatlich wählen ihr Smartphone oder ihren Laptop ins WLAN-Netz der Bibliothek ein. Der Makerspace soll jetzt der nächste digitale Baustein werden.

Die Bibliothek

Im Kulturforum am Freiheitsplatz sind neben der Bibliothek unter anderem auch das städtische Medienzentrum, der Geschichtsverein und die Wetter-auische Gesellschaft angesiedelt.

Im Jahr 2018 zählte die Bibliothek 384 352 Ausleihen und 10 400 Teilnehmer bei 495 Veranstaltungen.

Am heutigen Mittwoch findet um 17 Uhr im zweiten Stock ein Info-Treffen zum digitalen „Makerspace“ statt. 

www.kulturforum-hanau.de

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