Verbranntes Gras nach dem Brandanschlag mit Überfall in Dietzenbach.
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Verbranntes Gras nach dem Brandanschlag mit Überfall in Dietzenbach.

Polizei in einen Hinterhalt gelockt

Nach der Straßenschlacht in Dietzenbach: Hilflose Rufe nach harten Strafen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Wenn junge Männer Polizei und Brandschützer zu ihrem Feind erklären, muss jemand sie von diesem Irrglauben abbringen. Am besten mit Gesprächsangeboten, mit Sozialarbeit. Der Kommentar.

Polizisten und Feuerwehrleute schützen uns. Sie haben verdient, dass wir sie umgekehrt vor Übergriffen schützen. Es ist dramatisch, dass Jugendgangs diese Einsatzkräfte zu Feinden erklären und Frust an ihnen auslassen. Die Gewalt von Dietzenbach ist durch nichts zu rechtfertigen. Keine Frage, die Täter müssen gefasst und bestraft werden, und zwar möglichst schnell. Doch der Ruf nach härteren Strafen ist so hilflos wie der Versuch, Zustände wie in den Vororten von Paris an die Wand zu malen.

Nach Straßenschlacht in Dietzenbach: Gewaltspirale durchbrechen

Gerade das Dietzenbacher Spessartviertel bot ein hervorragendes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, mit sozialen Angeboten und der Beteiligung der Bewohner die Gewaltspirale zu durchbrechen. Die Prävention war hier erfolgreich, angetrieben durch Mittel aus dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“. Seit einem Jahrzehnt galt das Viertel als „befriedet“. Das darf sich Dietzenbach nicht durch die jüngste Gewalt kaputt machen lassen.

Dietzenbach: Gesprächsangebote können helfen

Wenn junge und sehr junge Männer Polizei und Brandschützer zu ihrem Feind erklären, muss jemand sie von diesem Irrglauben abbringen. Am besten mit Gesprächsangeboten, mit Sozialarbeit, mit Kontakten, die ihr Denken verändern. Davon wird anscheinend noch mehr benötigt.

Eine Zeit im Knast wird diese Grundhaltung jedenfalls nicht ändern und schützt damit auch nicht die Menschen in Uniform. Prävention ist mühsam und zeitraubend. Aber sie lohnt sich.

Pitt von Bebenburg

Der Angriff auf Polizei und Feuerwehr in Dietzenbach (Hessen) hat bundesweit für Entrüstung gesorgt. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) findet drastische Worte.

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