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Flammen der Hoffnung lodern jetzt auf dem Roten Platz in Dietzenbach. michael schick
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Flammen der Hoffnung lodern jetzt auf dem Roten Platz in Dietzenbach. michael schick

Terror in Hanau

Dietzenbach: Eine Stele gegen das Vergessen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Ein Denkmal erinnert jetzt in Dietzenbach an die Opfer des Anschlags von Hanau. Die Eltern von Sedat Gürbüz, eines der Opfer, hatten das Gedenken initiiert.

Auf den Tag genau eineinhalb Jahre nach dem Attentat von Hanau hat Dietzenbach nun ein Denkmal für die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags. Die Stele wurde am Donnerstag auf dem Roten Platz in der Altstadt enthüllt – nur wenige Meter entfernt vom Elternhaus von Sedat Gürbüz, einem der Hanauer Opfer. Viele Bürger und Bürgerinnen versammelten sich am Abend, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und weiße Rosen an der Stele abzulegen.

Das Denkmal wurde vom einheimischen Künstler Thomas Stich gestaltet. Es zeigt züngelnde Flammen – die Flammen der Hoffnung – auf einem Marmorquader. Die Stele soll „ein Zeichen gegen Rassismus und rechte Gewalt sowie für demokratisches, solidarisches und friedliches Zusammenleben sein“. So ist es auf der einen Seite über den Namen der neun Menschen zu lesen, die der Attentäter am 19. Februar 2020 in Hanau getötet hatte. Die andere Seite zeigt ein Bild von Sedat Gürbüz zusammen mit dem Text: „Ein unschuldiger junger Mann wurde aus unserer Mitte gerissen“.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ und das Land Hessen hatten die Finanzierung der Gedenkstele übernommen, ortsansässige Firmen spendeten die Materialien und logistische Hilfe.

Mit dem Denkmal wurde der größte Wunsch von Emis und Selahattin Gürbüz, den Eltern von Sedat, erfüllt. Sie hatten für das Gedenken an ihren Sohn gekämpft und wurden bei ihrem Ansinnen vom Ausländerbeirat unterstützt, der im Herbst 2020 einen entsprechenden Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht hatte.

Die Stele werde die Realität des Roten Platzes verändern, sagte Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD) in seiner Ansprache. Sie sei ab sofort fester Bestandteil der Mahn- und Erinnerungskultur.

Der Weg ihres Sohnes Sedat, der in der Shishabar „Midnight“ in Hanau ermordet wurde, habe über diesen Platz im Herzen Dietzenbachs geführt, sagte Emis Gürbüz. Das Mahnmal bringe zwar ihren damals 29-jährigen Sohn nicht zurück, aber es helfe bei der Erinnerung. „Rassismus tötet unsere Kinder, Eltern und Freunde. Das muss aufhören und darf nie mehr passieren“, sagte sie, übte in ihrer Ansprache aber auch Kritik: „Hätten die Behörden ihre Aufgaben richtig gemacht, wären unsere Kinder noch am Leben.“

Ein Sprecher der Initiative 19. Februar Hanau schlug in die gleiche Kerbe: Bis heute gebe es keine Einsicht und keine kritische Aufarbeitung des Geschehenen. „Wir als Initiative werden keine Ruhe geben“, versprach er.

Die Angehörigen der Opfer und ihre Unterstützer:innen werden die Erinnerung wachhalten. Das nächste Gedenken ist am heutigen Freitag. Dann wird am Rathausplatz in Erlensee im Main-Kinzig-Kreis die Gedenktafel für Kaloyan Velkov enthüllt. Der 33-Jährige, der hier wohnte, arbeitete in der Hanauer Bar La Votre und wurde dort am 19. Februar ermordet. mit gha

Am Mahnmal wurden weiße Rosen abgelegt. michael schick

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