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Die Stadt vor den Flammen schützen

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Bis in die Nacht trainiert die Feuerwehr auf dem Acker das Löschen von Flächenbränden. NIKLAS MAG © Niklas Mag

Wieder brennt in Bad Vilbel eine Fläche, doch diesmal ist das Feuer geplant. Die Feuerwehren aller Stadtteile haben am Donnerstagabend ein Feld in Brand gesetzt, um gemeinsam das Löschen mit tragbaren Geräten zu üben. Es dauert nicht lang, da brennt das Feld lichterloh.

Alle fünf Wehren stehen mitten im Feld hinter dem Laupushof in Massenheim. Das Thermometer zeigt 37 Grad und die Feuerwehrleute sind in ihren langen Hosen, mit Helmen und festen Jacken nicht zu beneiden. Schon zweimal hat es dieser Tage auf Wiesen im Stadtgebiet gebrannt. Gerät so ein Brand außer Kontrolle, kann es für besiedelte Gebiete schnell gefährlich werden. Ein Katastrophenszenario, das in diesen trockenen Tagen nicht zu ignorieren ist.

"Normalerweise würden wir bei einem Feldbrand mit den Autos direkt zu den Flammen fahren, um diese mit vollem Druck zu bekämpfen", sagt Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll. Das funktioniere im Wald oder auf einer nicht befahrbaren Fläche aber nicht. "Deshalb wollen wir heute das Wissen der Feuerwehrleute auffrischen." Dabei wolle man darauf achten, möglichst wenig Wasser für die Übung zu nutzen. Es geht vor allem um die Benutzung von tragbaren Löschgeräten.

Der stellvertretende Dortelweiler Wehrführer Henrik Mag begrüßt seine Kameraden und weist auf einen schwarzen Wasserbehälter: "Dieser fasst 3000 Liter." Man überlege, auch noch einen mit 5000 Litern anzuschaffen. An diesen Behältern können die Feuerwehrleute ihre Wasserrucksäcke füllen, um mit diesen in das brennende Gelände vorzudringen. Im Rollcontainer befinden sich verschiedene Schläuche, Wasserrucksäcke mit Spritzen und die sogenannten Feuerpatschen. Diese sehen aus wie Rechen, haben vorne aber stabile Metalllappen. Das Feuer wird damit "ausgepatscht". Auch Löschrucksäcke sind dabei, tragbare Wasserbehälter, die mit Pumpen und einem kurzen Schlauch versehen sind. "Es sind D-Schläuche, also eher kleinere. Die haben zwar nicht so einen hohen Durchsatz, sind aber deutlich leichter." Zudem gehören Löschlanzen, Waldbrandwerkzeuge und Geräte, die stark an Mistgabeln erinnern, zur Ausrüstung des mobilen Brandbekämpfers in schwierigem Gelände.

Die Theoriestunde ist vorbei und an der anderen Seite des Feldes steigt dichter Rauch auf. Die Feuerwehr hat den Brand gezündet. Für die erste Gruppe heißt das nun: Ausrüstung nehmen, die Rucksäcke mit Wasser füllen und quer durch das Feld Richtung Feuer gehen. Mit Schutzkleidung, Helm und 20 Litern Wasser auf dem Rücken machen sich die Feuerwehrleute auf den 350 Meter langen Weg über Erde und Weizenhalme zu den Flammen.

Die Hitze des Feuers ist schon aus gut 20 Metern Entfernung deutlich spürbar. "Das Haushalten mit den eigenen Kräften ist eine Sache, die geübt sein muss", betont Mag. Die schwere Ausrüstung und die Hitze sind an sich schon problematisch, doch das Laufen durch unwegsames Gelände und die körperliche Anstrengung bei Benutzung der Feuerpatschen oder der Pumpen tun das ihrige dazu. Bei Waldbränden müssen die Kräfte für Stunden reichen.

Eine große Fläche im Feld ist bereits abgebrannt und komplett schwarz als die Gruppe eintrifft. Die Flammen schlagen hoch und fressen sich durch das abgeerntete Feld. "Es wäre viel problematischer, wenn das hier noch nicht geschnitten wäre. Auf diese Weise kommt das Feuer nicht so schnell voran", weiß ein Feuerwehrmann. Schnell und effizient schlagen die Brandschützer zu. Müdigkeit ist keinem anzusehen.

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