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Im Art Lab ist das Kunst-Phänomen Banksy Gegenstand der Forschung. rosenhang-museum
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Im Art Lab ist das Kunst-Phänomen Banksy Gegenstand der Forschung. rosenhang-museum

Rosenhang-Museum in Weilburg

Die Schau um Banksy

  • Barbara Haas
    VonBarbara Haas
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Mit einer Dauerausstellung über das britische Street-Art-Phänomen macht das kleine Rosenhang-Museum in Weilburg die Kunstwelt auf sich aufmerksam.

Über die Taunushöhen führt der Weg von Frankfurt aus 50 Kilometer nach Norden, bis die goldgelb glänzende Fassade am Ufer der Lahn erreicht ist. Das Rosenhang-Museum, 2017 in Weilburg eröffnet, leuchtet wie ein junger Stern am Museumshimmel. Viele kommen wegen Banksy in die hessische Kleinstadt und sind dann überrascht von dem privaten Museum für zeitgenössische Kunst in einer ehemaligen Brauerei. Allein 10 000 Besucherinnen und Besucher waren es während der wegen der Pandemie auf knapp zwei Monate verkürzten Öffnung der Ausstellung „Who the fuck is Banksy?“. Vom heutigen Freitag an darf das Haus wieder öffnen.

Banksy ist ein Raum gewidmet – ein Dutzend mehr versammeln Gemälde von Jörg Immendorf und Georg Baselitz, Skulpturen von Markus Lüpertz und Stephan Balkenhol neben junger chinesischer Kunst von Feng Lu und Ma Jun. Vertreten ist seit neuestem auch A. R. Penck mit zwölf Papiergüssen. Für sein Werk „Wallenstein“ und weitere Ankäufe hat das Museum im vergangenen Jahr 500 000 Euro aufgewendet. Die Besitzer der Kunstsammlung, das Ehepaar Antje Helbig und Joachim Legner, wollten ausdrücklich überwiegend junge Künstlerinnen und Künstler in der Corona-Krise unterstützen.

Das Thema Banksy habe dem Museum einen Schub an öffentlicher Aufmerksamkeit versetzt, sagt Antje Helbig. Die Banksy-Ausstellung ist dauerhaft in eine Museumsinstallation übergegangen. Im „Banksy Art Lab“ will das Museum mit Expertenhilfe ergründen, was und wer hinter der Kunstfigur steckt. Noch ist das Geheimnis um die Identität des aus Bristol stammenden Graffiti-Sprayers nicht gelüftet, obwohl mehrfach Journalisten und einmal auch Londons Metropolitan Police glaubten, ihn enttarnt zu haben. Diese und andere Schlagzeilen hält das als Kunstkäfig angelegte Labor für die Öffentlichkeit fest.

Von sich reden macht der öffentlichkeitsscheue Künstler immer dann, wenn schlagartig eines seiner kapitalismus- oder gesellschaftskritischen Pop-ups auftaucht und meistens ebenso schnell wieder verschwindet – sei es in Galerien oder im Schredder. Eine Kopie seines Wandgemäldes „Girl with balloon“ zerstörte sich bei einer Auktion teilweise durch einen im Rahmen eingebauten Schredder. Immerhin gewährte Banksy der Öffentlichkeit einen Blick in seine Toilette. Ratten turnen darin herum, wie ein Foto im Rosenhang-Museum zeigt, eine zielt direkt von der Klobrille in die Schüssel.

Bissige Ironie und ernster Humor durchziehen nicht nur Banksys Werk. „It“, eine Plastik des in Berlin lebenden Bildhauers Feng Lu, zeigt unzweifelhaft den früheren US-Präsidenten Donald Trump. Wie ein Mops in Ferkelrosa liegt er auf einem Tischchen in der Wohnzimmeratmosphäre der Kunsthalle. Der Berliner Maler Sigurd Wendland, neu in der Sammlung vertreten, inszeniert die Anbetung eines Smartphones.

In David Le Batards Gemälde „Lampedusa V“ steht ein ärmlich gekleidetes Paar vor der Bischofsresidenz. Die Frau ist schwanger und trägt ein Kopftuch. Mit hocherhobenen Händen tritt der Bischof den beiden an der Pforte entgegen. Dies ist keine Willkommensgeste.

Außerhalb des Kunstkäfigs verliert sich Banksys Spur in Weilburg – bis zu einem Trafohäuschen zweihundert Meter vom Museum entfernt. Darauf hat jemand ein Schablonen-Graffito einer Frau gesprüht. Oder war es Banksy?

Das Rosenhang-Museum , Ahäuser Weg 8–10, ist von Freitag, 28. Mai, an wieder geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Besucherinnen und Besucher müssen sich anmelden mit Anzahl, Datum und Uhrzeit unter info@rosenhang-museum.de. Das Tragen einer medizinischen Maske ist Pflicht. Eintritt: Erwachsene zwölf Euro, Kinder sechs Euro, www.rosenhangmuseum.de

Ähnlichkeit mit Präsident und Mops. „It“ von Feng Lu. rosenhang-museum

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