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Die Rückkehr der Sirenen in Hessen

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Von: Oliver Teutsch

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Eine Sirene wie in Rodgau-Weiskirchen wollen auch viele andere Kommunen wieder.
Eine Sirene wie in Rodgau-Weiskirchen wollen auch viele andere Kommunen wieder. © Renate Hoyer

Hessen rüstet auf und gibt 226 Kommunen Geld für neue Alarmsignale. Die Fördersumme ist allerdings auf 15 000 Euro gedeckelt.

Es war eine eher traurige Veranstaltung beim bundesweit ersten Warntag im September 2020. Vielerorts blieb es beim Sirenentest still, in Frankfurt etwa waren die Alarmsignale nur in den Stadtteilen rund um den Industriepark zu hören, überall sonst waren die Sirenen längst eingemottet. Doch spätestens nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Sommer kam es zu einer Rückbesinnung auf die Sirenen aus der Zeit des Kalten Krieges. Eine Sirene tauge nachts um drei Uhr mehr „als die Warn-Apps auf irgendwelchen Handys“, sagte Karl-Heinz Banse, der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands.

Nun rüstet das Land Hessen auf. Gleich 226 Städte und Gemeinden erhalten Geld, um neue Sirenen auf Dächern oder an Masten zu installieren. Die Mittel stammen aus einem Förderprogramm des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Am Freitag wurden 2,9 der insgesamt 6,4 Millionen Euro, die zur Verfügung stehen, bewilligt.

Bereits zuvor habe Hessen seine Kommunen mit 2,1 Millionen Euro unterstützt und als erstes Bundesland seine Sirenenalarmierung komplett auf Digitalfunk umstellt, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Die Fördermittel hatten die Kommunen selbst beantragen müssen. Vor allem in den Landkreisen Main-Kinzig, Waldeck-Frankenberg und der Wetterau wurde davon reger Gebrauch gemacht.

Die maximal beantragbare Fördersumme pro Kommune war dabei aber auf 15 000 Euro gedeckelt. Zur Einordnung: Die Feuerwehr der Stadt Frankfurt hatte ihre Kosten für eine flächendeckende Wiederertüchtigung mit Sirenen schon 2017 auf fünf Millionen Euro beziffert und dürfte daher angesichts der in Aussicht stehenden 15 000 Euro nicht in Jubel ausgebrochen sein.

In der am Freitag veröffentlichten Übersicht der bewilligten Mittel tauchen zwar die Städte Kassel und Wiesbaden, nicht aber Frankfurt auf. Der Förderantrag sei „noch im Geschäftsgang“, sagte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr auf FR-Anfrage. Die Fördersumme kann laut Innenministerium noch bis zum 30. April beantragt werden.

Frankfurt wolle die Fördersumme nicht in eine neue Sirene, sondern in die Ertüchtigung der bereits vorhandenen Sirenen rund um den Industriepark stecken, damit diese dann auch digital angesteuert werden können. Ohnehin sei es mit den Sirenen alleine nicht getan, mahnte der Feuerwehrsprecher. „Vor allem die jungen Leute müssen wieder lernen, was ein Sirenensignal eigentlich bedeutet.“

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