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Die Mindestbreite muss Radelnden reichen

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ADFC warnt vor Gefahren auf vielbefahrenen Straßen

bad Homburg - Am 30. August starb in der Frankfurter Innenstadt eine Fahrradfahrerin. Die 60-Jährige würde noch leben, hätte nicht ein 31-Jähriger beim Aussteigen aus seinem Mercedes achtlos die Autotür geöffnet. Die Frau fuhr gegen die Tür, landete mit dem Kopf auf dem Asphalt und verstarb in der Klinik an ihren Verletzungen. Jetzt steht an der Unfallstelle ein Ghostbike - ein weißes Fahrrad, das an die Verstorbene erinnert.

„Dooring-Unfall“ heißt es in der Fachsprache, wenn eine gedankenlos geöffnete Autotür derart tragische Folgen hat. In Bad Homburg steht zwar noch kein Ghostbike; die Gefahr für Dooring-Unfälle sei aber hoch, da im Stadtgebiet die Sicherheitstrennstreifen fehlten, wie der Sprecher des ADFC Bad Homburg, Ralf Gandenberger, dem Mobilitätsausschuss des Stadtparlaments erläuterte. „Diese sind aus fachlicher Sicht nicht als Lappalien anzusehen“, sagte er mit Bezug auf den jüngsten Frankfurter Unfall.

Das Parlament hatte vom Magistrat gefordert, die Breite sämtlicher Radwege zu überprüfen - jetzt erhielt der Ausschuss eine Zusammenfassung von Bürgermeister Oliver Jedynak (CDU). Die Schutz- und Radfahrstreifen seien „nach gesetzlichen Mindestmaßen markiert“, heißt es darin. Radfahrstreifen - das sind zuweilen rot markierte Streifen auf Fahrbahnen, den Radler benutzen müssen. Sie müssen mindestens 1,50, sollten aber besser 1,85 Meter breit sein.

Die Verwaltung habe die Breiten der vorhandenen Radwege überprüft: Sie seien „bis auf wenige punktuelle Stellen an Verengungen in Straßenabschnitten mindestens 1,50 Meter breit“. Im Industriegebiet abschnittsweise auch breiter. Schutzstreifen dagegen sind Teil der Fahrbahn und ein Angebot an Radelnde. Oft sind sie eingeklemmt zwischen Fahrbahn und parkenden Autos. Sie müssen 1,25 Meter breit sein, besser 1,50. Weil im Götzenmühlweg für Schutzstreifen plus dem nun auch in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geforderten kein Platz ist, habe die Stadt den schmalen Schutzstreifen dort entfernt, so Jedynak. Stattdessen soll ein Fahrradpiktogramm kommen.

„Die Überprüfung hat gezeigt, dass sich die Einrichtung eines Sicherheitsraums neben Parkstreifen (Dooring-Zone), welche die Gesetzesnovelle empfiehlt, an den bestehenden Radstreifen aufgrund der straßenräumlichen Situation nicht realisieren lässt“, so Jedynak. „Wollen Sie sich wirklich mit dem gerade noch Rechtmäßigen begnügen oder haben die Bad Homburger nicht einen besseren Standard verdient?“, fragte Gandenberger die Stadtverordneten. Zudem bemängelte er „dass die deutlich zu schmalen Radwege in der Urseler Straße und dem Hindenburgring nicht erwähnt werden“.

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