Alles richtig gemacht. Wer in Bus und Bahn Mund und Nase nicht bedeckt, muss ab Samstag zahlen.
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Alles richtig gemacht.

Corona

Die meisten tragen Maske 

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Der RMV-Chef sieht eine steigende Akzeptanz. Präventionsteams sind in Bussen und Bahnen unterwegs. 

Die Zahl derer, die in Bus und Bahn das Maskentragen verweigern, ist verschwindend gering. Weniger als ein Prozent aller Fahrgäste waren in den letzten Wochen komplett ohne Mund-Nase-Bedeckung unterwegs. Weitere knapp sieben Prozent trugen ihre Bedeckung falsch, so die am Montag veröffentlichte Zwischenbilanz des „Präventionsteams“ des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Seit Mitte August soll es gemeinsame Kontrollen mit den Ordnungsbehörden ergänzen. Die 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im gesamten Verbundgebiet von montags bis samstags zwischen 6 und 21 Uhr im Einsatz. Sie weisen Fahrgäste auf die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung hin und verteilen Masken an jene, die oben ohne unterwegs sind. Knapp 200 000 Euro hat der RMV dafür investiert.

Fahrgäste

Keine große Veranstaltungen, Kurzarbeit, Homeoffice: Wegen der Corona-Pandemie fallen weiterhin viele Anlässe weg, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Im April, als die Kontaktbeschränkungen am strengsten waren, sank das Fahrgastaufkommen laut RMV im Vergleich zum Vorjahresmonat um 80 bis 90 Prozent.

Seit Mai steigen die Fahrgastzahlen wieder an und liegen aktuell im S-Bahn-Netz bei knapp 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Den Angaben zufolge trafen die Teams in den 50 Tagen mehr als 300 000 Fahrgäste an. Nach ihrer Beobachtung hat sich die Zahl derjenigen mit nicht korrekt getragener Maske verringert. Im regionalen Schienenverkehr sei sie über den September hinweg von knapp sieben auf gut fünf Prozent gesunken.

Auf Widerstand stießen die RMV-Leute demnach in den seltensten Fällen: Wer ohne oder mit nicht korrekt getragenem Schutz erwischt wurde, habe sich in mehr als 88 Prozent einsichtig gezeigt, heißt es. Habe den Sitz seiner Maske korrigiert oder eine vom Präventionsteam angenommen.

RMV-Geschäftsführer Knut Ringat ist zufrieden: Die überwältigende Mehrheit halte sich an die Pflicht. Bereits die Ansprache zeige eine große Wirkung. „Dass die Zahl der Maskenverweigerer auch im Zeitverlauf nicht ansteigt und weniger Fahrgäste die Masken falsch tragen, zeigt, dass die Kombination aus Maskenverteilaktionen, Ansprache durch das Personal und gemeinsamen Schwerpunktkontrollen mit den Behörden wirkt.“

Denn die Präventionsteams sind nicht die Einzigen, die sich um den Schutz vor Corona kümmern. Die örtlichen Verkehrsunternehmen sind laut RMV ebenfalls aktiv. Das Prüfpersonal der Eswe Verkehr in Wiesbaden etwa habe bereits mehrfach zusammen mit der Landespolizei oder der Stadtpolizei kontrolliert. In Darmstadt unterstütze die Kommunalpolizei die regelmäßigen Kontrollen der Heag mobilo.

Auch in Frankfurt hatten Polizei und VGF jüngst angekündigt, ihre gemeinsamen Kontrollen der Maskenpflicht in Bahnen und unterirdischen Stationen fortzusetzen. Bei zwei jeweils zweistündigen Kontrollen Mitte September hatten sie knapp 60 Verstöße festgestellt. Das kostet nur unwesentlich mehr als das Fahren ohne Ticket: Die Höhe des Ordnungsgeld wegen Nichttragens der Maske beträgt 50 Euro.

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