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Auch Sarah Wagenknecht ist bei der Wahlkampfveranstaltung der Linken in Frankfurt aufgetreten.

Die Linke

Wagenknecht prangert Verrohung und Ausbeutung an

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Leiharbeit sei nichts als moderne Sklaverei, sagt die Fraktionsvorsitzende beim Wahlkampfauftakt der Linken in Frankfurt. Ausbeutung sei ein Grund für Intoleranz und Hass.

Die Spitzenpolitiker der Linken in Hessen und dem Bund haben beim Auftakt für den hessischen Landtagswahlkampf im Bürgerhaus Bornheim davor gewarnt, dass die Gesellschaft noch stärker auseinander driften könne. Anders als das die Landesregierung behaupte, gehe es auch in Hessen viel zu wenigen Menschen gut. Die Wirtschaft wachse, die Steuerneinnahmen stiegen, zugleich seien aber 960.000 Hessen von Armut bedroht oder betroffen, sagte Jan Schalauske, Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl.

Im Ballungsraum und in Unistädten fänden die Menschen keine bezahlbare Wohnung, im ländlichen Raum seien viele Menschen abgehängt. „Wir wollen ein Land, in dem kein Kind und kein Erwachsener in Armut leben muss“, sagte er vor mehr als 800 Zuhörern – und forderte unter anderem einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro pro Stunde und kostenlose Mittagessen in Kitas und Schulen. 

„Wenn Menschen den ganzen Tag arbeiten, aber aufstocken müssen, wenn Rentner gezwungen sind, Flaschen zu sammeln, und jedes fünfte Kind in Armut lebt, sind das Umstände, mit denen sich die Linke niemals abfinden wird“, sagte die Spitzenkandidatin der Linken, Janine Wissler, unter Applaus. Sie forderte unter anderem eine andere Bildungspolitik. Noch entschieden der Geldbeutel und die Herkunft der Eltern über den Bildungserfolg von Kindern. „Wir müssen das dreigliedrige Schulsystem endlich überwinden“, sagte sie. Wissler warb zudem für eine völlig andere Wohnungspolitik, dafür, die Eigentumsverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt grundlegend zu ändern. „Wohnungen sind ein Zuhause für Menschen und kein Renditeobjekt.“ 

Wissler wäre offen für Koalition 

Die Linke stehe für eine Koalition mit SPD und Grünen bereit, wenn diese zu einem Politikwechsel führe, machte Wissler klar. Die Grünen müssten sich überlegen, ob sie weiter Mehrheitsbeschaffer der CDU sein wollten.

Auch die Zuhörer im Saal rief Wissler auf, dem Rechtsruck entgegenzutreten. Ziel müsse es sein, die Stimmung im Land wieder nach links zu verschieben. Die Grenze verlaufe nicht zwischen Menschen verschiedener Herkunft, sondern zwischen oben und unten, sagte Schalauske.

Auch die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping, kam auf den Rechtsruck in Deutschland zu sprechen. Den Rechten den Boden bereitet hätten der Neoliberalismus und die soziale Entsicherung, sagte sie und warb für eine völlig andere Sozialpolitik. „Wir werden nicht ruhen, bis Hartz IV abgeschafft ist“, versprach sie etwa. Die von einigen Menschen im Saal mit stehendem Applaus empfangene Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, sprach von der Verrohung und Ausbeutung in der Arbeitswelt als eine Ursache für Intoleranz und Hass. Mehr als eine Million Menschen seien inzwischen in Leiharbeit. Dabei sei Leiharbeit nichts als moderne Sklaverei. „Das gehört verboten“, rief sie.

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