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Die Linke

Radikaler, aber nicht grüner

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Die Linke macht einen auf "Besser-Grüne". Doch die grüne Reformpolitik ist offenkundig beliebter. Ein Kommentar.

Am Anfang gaben sie sich als „Besser-Sozis“. Die Linke in Westdeutschland hat sich gegründet aus Enttäuschung über die Entwicklung der Sozialdemokraten. In ihrer Geschichte hat sie viel Kraft darauf verwendet, zu zeigen, dass die SPD ihre Ziele verraten habe und diese Ideale nur noch von der Linken vertreten würden.

Jetzt, da die SPD darbt und die Grünen wachsen, macht die Linke einen auf „Besser-Grüne“. Sozial-ökologische Politik, Feminismus, Kampf gegen Klimawandel und Rechtsruck – solche grünen Gründungsthemen würden nur noch von der Linken vertreten.

Es hat etwas von schlechten Verlierern, wenn die Sechs-Prozent-Partei so über die 20-Prozent-Partei spricht. Tatsächlich ähneln sich etliche Ziele der Parteien. Doch dass die radikalen Methoden der Linken sich besser eignen, diese Ziele zu erreichen, glauben die meisten Wählerinnen und Wähler offenbar nicht.

Es stimmt ja: Die Grünen laufen gerade in einer Koalition mit der CDU Gefahr, ihre Visionen von einer vielfältigen, sozialen und ökologischen Gesellschaft zu opfern, wenn wirtschaftlicher Druck dagegen steht. Doch dass eine Mehrheit der Menschen nicht die antikapitalistische Variante der Linken bevorzugt, eine soziale und ökologische Politik mit Hilfe von Enteignungen durchzusetzen, hat nichts mit einem „Vermittlungsproblem“ zu tun. Die grüne Reformpolitik ist offenkundig beliebter.

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