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Mit Karte zur Verteilung der Fördersummen: Minister Boris Rhein (CDU) im Landtag.

Loewe-Forschungsprogramm

Landtag lobt hessische Spitzenforschung

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In den letzten zehn Jahren seien 730 Millionen Euro in Forschungsprojekt gesteckt worden, sagt Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Krebskranke können auf die Ergebnisse von hessischen Forschern hoffen. Das Zentrum „Zell- und Gentherapie“ an der Goethe-Universität in Frankfurt etwa entwickelt Verfahren weiter, mit denen Blutkrebs besser behandelt werden kann.

Der Landtag hat am Dienstag diese und andere Forschungsvorhaben gelobt. Hessen fördert die Wissenschaftler mit Hilfe des Loewe-Programms, über das in den vergangenen zehn Jahren fast 730 Millionen Euro in exzellente Projekte geflossen sind. Das nahm Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) zum Anlass für eine Regierungserklärung.

Der Grünen-Politiker Daniel May hob das Zentrum „BikF“ hervor, das seine Zentrale im Senckenbergischen Forschungsinstitut für Naturforschung in Frankfurt hat. Dort werden Zusammenhänge von Biodiversität und Klima erforscht. May wies auch auf das Projekt „Safe“ an der Goethe-Universität hin, bei dem über Krisen im Bankensystem geforscht wird.

Im Landtag bestritt niemand, dass solche Vorhaben sinnvoll sind. SPD und Linke bezweifelten aber, ob eine „Fokussierung auf Spitzenforschung“ (Gernot Grumbach, SPD) angebracht sei. Grumbach und Linken-Fraktionschefin Janine Wissler halten es für besser, das Geld in die Grundfinanzierung der Hochschulen zu stecken, damit alle Studierenden davon profitieren könnten.

Minister Rhein hielt eine Karte von Hessen hoch, um zu belegen, dass Forschungseinrichtungen im ganzen Land von den Mitteln profitierten. Die Linke Wissler entgegnete, das Geld werde ungerecht verteilt – und präsentierte dem Parlament ihrerseits eine Grafik. Allein 400 von 671 Millionen Euro in den Jahren 2008 bis 2016 seien an die Unis in Frankfurt und Darmstadt geflossen. Die Fachhochschulen und viele Standorte bekämen nur wenig Geld ab, rechnete Wissler vor. Sie kritisierte auch, dass Firmen von der Förderung profitierten und davon etwa an der „Entwicklung eines neuen Hefegetränks“ forschen dürften.

CDU-Politikerin Karin Wolff gab zurück, dass „wissenschaftliche Exzellenz“ für die Linken und Teile der SPD „ein Unwort“ sei. Die Union wolle Exzellenzforschung, zusätzlich zur verlässlichen Hochschulfinanzierung.

Lob für Loewe hatte auch die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell parat. Sie vermisste aber Neuigkeiten bei dem Thema, die eine Regierungserklärung rechtfertigen könnten. Eine Regierungserklärung sei nicht der richtige Platz für Minister Rhein, „um eine verfehlte Marketingstrategie auszubügeln“, fügte Knell hinzu.

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