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Im Anflug auf die Nordwestbahn.

Flughafen Frankfurt

96 Flugzeuge pro Stunde

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Die geplante Erhöhung von Flugbewegungen kann die Deutsche Flugsicherung derzeit nicht erreichen. Die Ausbaugegner sehen darin den endgültigen Beleg der Fehlplanung der Landebahn Nordwest.

Die geplante Erhöhung von Flugbewegungen kann die Deutsche Flugsicherung derzeit nicht erreichen. Die Ausbaugegner sehen darin den endgültigen Beleg der Fehlplanung der Landebahn Nordwest.

Maximal 96 Flugbewegungen pro Stunde. Mehr sei derzeit auf dem Frankfurter Flughafen nicht möglich, sagt Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung (DFS). Seit Anfang des Jahres gebe es Einschränkungen bei Starts. In fast drei Viertel der Zeit dürfen aus Sicherheitsgründen die Center-Bahn und die Startbahn West nur im „Reißverschlussverfahren“ benutzt werden. „Bei Westbetrieb können sie nicht unabhängig voneinander genutzt werden“, sagt Kelek. Die von der Flughafenbetreiberin Fraport geforderten Kapazitäten erfülle die DFS aber dennoch.

Raumunverträgliche Landebahn

Damit bestätige die DFS erstmals, dass der Bau der neuen Landebahn Nordwest auf einer Fehlplanung basiere, lesen die Ausbaugegner daraus. Die massive Vernichtung von Bannwald und Vogelschutzgebieten bringe nicht den erwarteten Erfolg, teilt Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des Bundes Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen, mit. „Pflanzen und Tiere mussten zugunsten des hohen wirtschaftlichen Interesses weichen, das bisher weder eingetreten ist noch befriedigt werden könnte“, sagt Norgall. Die neue Landebahn sei so raumunverträglich, dass sie selbst den Flughafenbetrieb störe.

Dieter Faulenbach fragt, ob die Planfeststellung für den Flughafenausbau Frankfurt nicht aufgehoben werden müsste. Mit der Nordwestbahn könne das Planungsziel von 126 Starts und Landungen nicht erreicht werden. Möglicherweise zeichne sich nach Berlin nun in Frankfurt „ein weiteres Fiasko“ an einem deutschen Flughafen ab, warnte der parteilose Direktkandidat für die Partei Die Linke im Wahlkreis Offenbach-Stadt.

Beide Bahnen parallel nutzen

Die Begrenzung auf 96 stündliche Bewegung könnte auch Einfluss auf das jetzt zur Wiederaufnahme anstehende „ruhende Verfahren“ zum Flughafenausbau vor dem Verwaltungsgerichtshof Kassel sein.

Kristina Kelek hingegen sieht keinen Anlass zur Besorgnis. Derzeit könne die DFS Fraport die erforderliche Zahl an Starts und Landungen bieten. Und es werde bereits an Verbesserungen gearbeitete. Mit dem Einsatz neuer Techniken werde das derzeit praktizierte Reißverschlusssystem bald nicht mehr notwendig sein und die beiden Bahnen könnten wieder parallel genutzt werden. „Wir sind immer dabei, die System zu optimieren.“

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