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„Die letzten Flächen für viele Jahre“

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Stadt sucht auf Expo Gewerbebetriebe, die Geld bringen

bad Homburg - Auf der „Expo Real“ in München, wichtigste Immobilienmesse in Europa, soll dieses Jahr alles wieder ohne Beschränkungen laufen. 40 000 Besucher werden erwartet. Die Kurstadt wird sich dort wieder präsentieren - mit einem neu konzipierten Messestand, der die Vorzüge Bad Homburgs (gute Anbindung und doch im Grünen) hervorhebt. 2020 fiel die Messe wegen Corona aus, 2021 war die Stadt nur als Logopartner am Stand der Metropolregion vertreten. Jetzt reist OB Alexander Hetjes (CDU) vom 4. bis 6. Oktober mit einer Delegation aus Wirtschaftsförderung und Stadtplanung nach München. „Weil die Gewerbesteuereinnahmen nicht so fließen wie gedacht, ist es umso wichtiger, dass wir uns dort präsentieren“, erklärt er. Da die Auswirkungen von Pandemie und Ukrainekrieg zeitversetzt bei den Kommunen ankämen, seien weitere finanzielle Einbußen zu erwarten. Der Fokus liegt auf Gewerbeflächen. Denn mit den sich neu ansiedelnden Unternehmen fließt auch Gewerbesteuer - sofern man die richtigen Firmen aussucht. „Wir müssen darauf achten, die Flächen, die wir noch haben, so zu vergeben, dass wir als Stadt etwas davon haben.“

Aber gibt es überhaupt noch freie Gewerbeflächen in der Kurstadt? Ja, so der OB, aber es könnten „für viele Jahre die letzten“ sein. Er nennt das Areal des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts zwischen Landratsamt und Kronenhof. „Das ist kein einfaches Grundstück“; die Stiftung dürfe nicht verkaufen; das Areal wird nur in Erbpacht verpachtet. Aber mittlerweile sei es in der Vermarktung. In den städtischen Gremien ist gerade der Aufstellungsbeschluss für das dort geplante neue „Gewerbegebiet südlich der Zeppelinstraße“. Es umgibt komplett den Kronenhof; ein weiterer Teil liegt an der Pappelallee. Die Felder um die Klinik sind für deren Erweiterung ausgespart. Im künftigen „Büro- und Gewerbepark Mitte“ sollen sich nach Willen der Stadt innovative Branchen und junge Start-ups ansiedeln, auch etablierte Unternehmen sollen sich dort erweitern. Unschöne Gebäude mit schreiender Werbung würden schon durch das Zentrenkonzept dort vermieden, verspricht Hetjes. Auf der Expo werde man beginnen, die Vermarktungspotenziale auszuloten: „Das braucht Zeit.“

74 NACHHALTIGE LUXUS-WOHNUNGEN

Im Büropark Dornholzhausen will die Wescon Bau- und Investment GmbH ein Luxus-Apartmenthaus entwickeln. Bis Ende 2024 sollen auf dem Areal an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 4 aus 74 Wohneinheiten (27 bis 350 Quadratmeter) entstehen.

Luxuriös und nachhaltig soll das Wohnhaus auch werden. Wärmepumpen, Erdwärme und Solarpanels sollen es weitgehend unabhängig von fossilen Energien halten. Im Haus sind ein Überwachungssystem, ein Conciergeservice, ein Fitnessstudio, Business- und Kinoräume, Wellness-Dienstleister und ein Hundesalon geplant. Die Wohnungen werden einzeln zum Verkauf angeboten.

Das Stadtparlament hat dem städtebaulichen Vertrag zugestimmt. Nach der erteilten Baugenehmigung will Wescon mit dem Umbau starten. ahi

Senger-Gelände mit Fragezeichen

Weitere sechs Hektar, für die die Stadt Investoren sucht, gibt es auf dem früheren Hewlett-Packard-Gelände am Rande von Ober-Eschbach - in der früheren Zentrale des Hardware-Herstellers ist jetzt das Impfzentrum untergebracht. All die Grünflächen rundum könnten bebaut werden. „Da wird es mittelfristig zu einer Entwicklung kommen“, so Hetjes. Auch leerstehende Büroflächen in Gebäuden sollen auf der Expo angeboten werden. Solche gibt es „vereinzelt“ im „EO“ am Stadteingang Basler Straße, außerdem in einem Gebäude neben dem Rathaus, in dem einst Fujitsu Siemens und zuletzt Fresenius Räume angemietet hatte. Generell sei es aber schwierig, ältere Büroflächen zu vermarkten - der Anspruch sei heute anders.

Nur zu gern würde Hetjes auch für das frühere Mercedes-Senger-Gelände am Marienbader Platz schon Investoren suchen. Doch hier liegt die Stadt im Zwist mit den Eigentümern. Mit denen habe man keinen Kontakt. Hetjes: „Wir haben Baurecht geschaffen und könnten morgen anfangen, das Gebiet zu entwickeln.“ Weil man wisse, dass der Gewerbestandort funktioniere, sei man so hartnäckig geblieben, dort zu 70 Prozent Gewerbe ansiedeln zu wollen - die Gegenseite wünscht dort einen höheren Anteil für Wohnraum. Die Stadt wird sich in München mit der Wescon GmbH präsentieren, die in Dornholzhausen ein klimaneutrales Wohnprojekt entwickeln will . Dabei wollen sich beide gegenseitig befruchten - Käufer für die Eigentumswohnungen wird das Unternehmen wohl auch ohne Messe finden.

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