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Ein bemanntes Mähboot holt seit zwei Wochen jeden Tag die Pflanzen aus dem Wasser.
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Ein bemanntes Mähboot holt seit zwei Wochen jeden Tag die Pflanzen aus dem Wasser.

Langen

Grüne Invasion: Wasserpest am Langener Waldsee

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Am Langener Waldsee breitet sich eine bis zu neun Meter hohe, invasive Wasserpflanze aus.

Langen - Wer am Langener Waldsee schon schwimmen, segeln oder stand-up-paddeln war, hat sie bestimmt bemerkt: grüne, lianenartige Gebilde, die vom Grund bis an die Wasseroberfläche reichen und dort kleine Inseln bilden. Sie heißen Wasserpest und breiten sich seit eineinhalb Jahren in dem Gewässer aus. Übrigens nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Seen, Teichen, Weihern und Wassergräben. Aber keine Angst: Die Pflanzen übertragen keine Krankheit, sind vielmehr ein Indiz für sehr gute Wasserqualität. Sie heißen so, weil sie sich pestartig vermehren. Manch einer hat Artverwandte des im Langener Waldsee wachsenden Krauts zu Hause im Aquarium.

Am Langener Waldsee wird nur noch im südöstlichen Bereich Sand und Kies gefördert. Das ist weit entfernt vom Freizeit- und Badebereich und damit sind dort nicht mehr so viele Schwebstoffe im Wasser, es ist nicht mehr so trüb. Ins klare Wasser kann mehr Licht dringen – und bei Sonnenschein verbreitet sich die Wasserpest schnell, die viele fälschlicherweise als Seegras bezeichnen.

Die Biomasse wird auseinander gebreitet und trocknet zwei Tage lang.

Langener Waldsee: Mähboot schneidet Pflanzen ab

Um dieses Wuchern zu unterbinden, rückt man ihr am Langener Waldsee mechanisch zu Leibe. Das Unternehmen Sehring, das den Kies fördert, hat ein bemanntes Mähboot angeschafft. Es schneidet die Pflanzen mit Scheren unter dem Boot ab und gabelt sie dann mit einem Rechenaufsatz auf. Zwei Tage werden sie seitlich auf einer Insel gelagert, damit die darin wohnenden Kleinstlebewesen wieder zurück ins Wasser wandern können. Danach ist das Unterwasserkraut so ausgetrocknet, dass fast keine Biomasse mehr übrig bleibt. Der staubige Rest wird entsorgt.

Sonst nur sporadisch, wird das Mähboot seit zwei Wochen nun täglich eingesetzt. Es hat für die Sportler, die am Sonntag am Frankfurt City Triathlon teilgenommen haben, die Bahnen frei gemacht, ist aber auch für den Ironman unumgänglich, dessen Start am 15. August im Langener Waldsee über die Bühne geht. Die Athleten schwimmen außerhalb der Leinen des Badebereichs, also dort, wo man normalerweise auf eigene Gefahr im Wasser ist.

Wie ein Vorhang hängen die bis zu neun Meter langen Wasserpflanzen an der Gabel des Boots.

Langener Waldsee: Pflanzen reichern Wasser mit Sauerstoff an

Die Stadt ist froh, dass sich die Firma Sehring in der Mitverantwortung für den See sieht. „So ein Mähboot kostet rund 300.000 Euro“, sagt Joachim Kolbe, Leiter der Bäderbetriebe Langen. Im Vorjahr wurde ein Exemplar gemietet, in diesem Jahr zahlt die Stadt für die Dienstleistung an Sehring. Auch die am See ansässigen Vereine müssten ihr Scherflein für die Mahd beitragen, so Kolbe. Die am Langener Waldsee „ansässige“ Wasserpestart heißt Nuttalls. Sie ist ein Neophyt, der in Kanada und den USA heimisch ist und wahrscheinlich von Vögeln eingetragen wurde. Die Pflanzen aus der Familie der Froschbissgewächse können bis zu neun Meter hoch werden. Sie stören zwar die Freizeitnutzungen am Langener Waldsee und manch einer hat Angst, er könne sich darin verheddern, ökologisch gesehen hätten sie aber auch Vorteile, sagt Kolbe.

„Im Sommer reichern sie das Wasser mit Sauerstoff an.“ Sonnenschein rege sie zur Photosynthese an. Sie seien Lebensraum für viele Kleinstlebewesen und auch für Fische förderlich. „Die Jungtiere können sich dort besser vor ihren Feinden verstecken.“

„Wasserpest und Mahd werden uns die nächsten Jahre beschäftigen“, sagt Kolbe. Trotzdem sei ihm das lieber als ungebremstes Algenwachstum, meint er mit Blick auf den Schultheisweiher in Offenbach, wo Blaualgen oft kein Baden zulassen. (Annette Schlegl)

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