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Ein Fahrzeug des RMV (Symbolfoto).

Kommentar zu RMV

Dickes Lob für den RMV

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Was die Experten vom RMV noch aus dem überlasteten System herausgepresst haben, ist fast eine kleine Sensation. Auch die Fahrpreiserhöhung fällt moderat aus. Ein Kommentar.

Hut ab. Was die Experten vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) noch aus dem überlasteten System herausgepresst haben, ist fast eine kleine Sensation. Mehr Langzüge, eine neue Verbindung zwischen Mainz und Frankfurt, bei S-Bahnen den Takt verdichtet. Und die fabrikneuen Züge der HLB sind auch was Feines. 

Jahrelang war der öffentliche Nahverkehr eine vernachlässigte Größe in der Verkehrspolitik. Um sein Angebot zu verbessern oder auch nur erhalten zu können, musste der RMV bei den jährlichen Fahrpreiserhöhungen deftig zuschlagen. In diesen Jahr und in den nächsten beiden steigen sie um moderate 1,5 Prozent. Auch dafür ein dickes Lob.

Rhein-Main-Region droht, im Verkehr zu ersticken 

Leisten kann sich der RMV das, weil die Finanzierung durch Bund und Land endlich gesichert ist. Geld ist da, die Nachfrage mehr als groß. Jetzt gibt es eine anderes Problem: Es fehlen die Möglichkeiten, die wachsende Zahl an Kunden zufriedenstellend zu ihrem Ziel zu bringen. 
Das Schienennetz ist zu eng. Der Ausbau hat nach jahrzehntelangem Stillstand zwar endlich begonnen. Doch er ist langwierig und teuer. Die Expressbusse sind besser als nichts. Aber auch sie stehen in den täglichen Staus.

Die Rhein-Main-Region droht, im Verkehr zu ersticken. Solange immer noch so viele Pendler mit dem Auto zur Arbeit fahren, wird sich daran nichts ändern. Eine drastische Verkehrswende ist notwendig. Doch da traut sich kein Politiker ran. Statt kreative Konzepte für bessere Luft in unseren Städten zu entwickeln, investieren sie ihre Energie in Abwehrkämpfe gegen das Dieselfahrverbot. Was für eine Verschwendung. 

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