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Auch Diakonie-Mitarbeiterin Josephin Eichstädt freut sich über die gespendeten Mundschutze.

Hessen

Diakonie in Hessen fordert mehr Hilfe für die Helfer

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Diakonie in Hessen bekommt dringend benötigtes Schutzmaterial geschenkt. Die Not ist groß. In anderen Bundesländern, etwa in Bayern, laufe es besser.

Die Spenden sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch der ist besser als nichts, sagt Dagmar Jung, zuständig für Gesundheit, Alter und Pflege beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck: 3800 Liter Desinfektionsmittel und 3000 Schutzmasken standen am Montag in der Verwaltung in Frankfurt zur Abholung bereit. Dringend benötigtes Material für die mehr als 13 000 Mitarbeiter in 381 Heimen und 122 ambulanten Pflegediensten, die Hessens größter Wohlfahrtsverband betreibt.

Der fühlt sich mit seinen Problemen alleingelassen. In Bayern trommelten Bürgermeister und Landräte bei der örtlichen Wirtschaft, in Hessen hingegen gebe es keinerlei Unterstützung, beklagt Jung. „Am besten wäre es, wenn jeder vor Ort schaut, wie man helfen kann.“ Die Verwaltungsstelle könne dies zentral nicht steuern.

Am Montag machte sie eine Ausnahme. Die 3800 Liter Desinfektionsmittel hat ein Unternehmen bei Wiesbaden spendiert, das anonym bleiben will. Die Masken stammen aus der Buchbinderei des Hessischen Staatsarchivs in Wiesbaden. Werkstattleiterin Britta Kronenburg hatte sie aufgestöbert.

Den Mundschutz habe das Land 2009 im Zuge des Schweinegrippe-Pandemieplans angeschafft. Die Gewährleistung endete 2014, viele Abteilungen hätten ihren Vorrat längst vernichtet. Anders die Buchbinderei. „Die lagen hier noch herum.“

Jetzt können Diakoniemitarbeiter sich und Pflegebedürftige damit schützen. Denn: „Manche Einrichtungen haben nichts mehr“, sagt Jung. Sie hofft, dass weitere Spender dem Beispiel folgen und dass auch in Deutschland endlich die Produktion anläuft. Auch um unseriösen Anbietern das Handwerk zu legen, die unverschämte Preise aufriefen: „Hier wird die Not gnadenlos ausgenutzt.“

dagmar.jung@diakonie-hessen.de

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