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Immer mehr Menschen wollen fliegen.

Flugverkehr

Luftfahrt in Frankfurt ist unter Druck

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Die Branche bemüht sich, doch die Pünktlichkeit zu verbessern bleibt schwierig.

Der Dezember war wieder ein Tiefpunkt: Lediglich rund 65 Prozent aller Flüge in Frankfurt hoben pünktlich ab. Inzwischen zeigt die Kurve zwar wieder nach oben. Doch mit Verspätungen ist auch in diesem Jahr zu rechnen. Da waren sich die Chefs von Flughafenbetreiberin Fraport, ihrer Hauptkundin Lufthansa und der Deutsche Flugsicherung (DFS) am Montag einig. Immer mehr Menschen wollten fliegen, sagten sie. Man bemühe sich redlich, doch es fehle an Infrastruktur am Boden und Personal für die Abfertigung und Sicherheitskontrollen. Rund 200 zusätzliche Fluglotsen wären nötig – hier habe die Aufholjagd begonnen. Doch die Ausbildung dauert vier Jahre.

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Auch am Himmel sind die Kapazitäten erschöpft. Einige Flüge werden tiefer gelegt, zwei bis drei Prozent in einem Bogen um Zentraleuropa umgeleitet, um den Knoten zu entlasten, sagte DFS-Geschäftsführer Robert Schickling. Simulationen zufolge verminderten sich die durchschnittlichen Verzögerungen der DFS dadurch um rund drei Minuten auf 2,6 pro Flug. „Das ist bedeutend.“ In der nächsten Woche soll es damit losgehen, Anfang November ist Schluss. Dann endet der Sommerflugplan und damit die Hochsaison in der Branche, die im vergangenen Jahr mit erheblichen Qualitätsproblemen zu kämpfen hatte. Knapp 34 Prozent aller Flüge in Frankfurt waren um mindestens 15 Minuten verspätet oder fielen ganz aus. Zwischen 23 Uhr und Mitternacht landeten im Jahresdurchschnitt drei Flugzeuge pro Tag. Die Ausnahme vom Nachtflugverbot entwickelte sich zur Regel.

Lufthansa und Fraport haben Konsequenzen gezogen

Lufthansa hat Konsequenzen gezogen, versicherte Klaus Froese, Vorstand der Airline mit einem Anteil von 60 Prozent an den Flugbewegungen in Frankfurt. Der Konzern habe die Flugpläne entzerrt, zehn Maschinen als Reserve in Frankfurt stationiert, die Information der Passagiere verbessert, die Abfertigungen beschleunigt, 600 neue Kräfte eingestellt. Auch Fraport habe schon einen Teil der Hausaufgaben erledigt, die der Luftverkehrsgipfel des Bundes gestellt hat, sagte Vorstandsmitglied Pierre Dominique Prümm. Weitere Gates seien geschaffen worden, Abstellpositionen. 1000 zusätzliche Leute für die Flugzeugabfertigung und Sicherheitskontrollen seien im vergangenen Jahr eingestellt worden, weitere kämen in diesem Jahr hinzu. Im Sommer gehe der Anbau an Terminal 1 mit sieben neuen Kontrollspuren in Betrieb, mittelfristig soll an allen Sicherheitskontrollen das Überholen möglich sein. Prümm erneuerte die Forderung, gemeinsam mit Lufthansa die Steuerung dafür zu übernehmen. „Wir können das besser machen als die Bundespolizei.“ 

Am Wochenende hat Fraport die erste große Reisewelle des Jahres erlebt: 222.000 Passagiere am Tag hoben zum Start der Osterferien ab. Solche Zahlen seien „inzwischen der Normalfall“, sagte Plüm. „Die Wachstumsraten sind groß.“ Nachhaltige Entlastung sei erst mit Eröffnung von Terminal 3 zu erwarten: Flugsteig G soll dort 2021 in Betrieb gehen, die Flugsteige H und J zwei Jahre später.

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