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Die Campus-Meile soll drei Hochschulen verbinden, auch die Frankfurt School of Finance & Management.

Uni Frankfurt

U-Bahn bis zum Campus Westend

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In Frankfurt besteht die Chance, den Uni-Campus Westend an die U-Bahn anzubinden. Dafür wirbt nun auch Uni-Präsidentin Birgitta Wolff.

Es wird das größte Schienenprojekt in Frankfurt im kommenden Jahrzehnt - der Ausbau der U-Bahn-Linie U4 von Bockenheim nach Ginnheim. Die sich bietende Chance, dass auch die Goethe-Universität einen besseren Anschluss an die U-Bahn bekommen könnte, will Uni-Präsidentin Birgitta Wolff am Schopfe packen.

Der südlich gelegene U-Bahn-Anschluss Holzhausenstraße reiche für die mehr als 30 000 Studenten auf dem Campus Westend schon jetzt nicht mehr aus, sagte Wolff der Nachrichtenagentur dpa. Am Uni-Campus Westend halten derzeit darüber hinaus nur die Buslinien 36 und 75 - letztere fährt seit kurzem mit Elektrobussen.

Aus Sicht der Hochschule müssten jetzt die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden, um eine Anbindung des Campus an die U-Bahn zu erreichen. Dabei sollte auch die „Campus-Meile“ am Alleenring besser angeschlossen werden.

„Diese Chance, den Uni-Campus Westend anzubinden, gibt es nicht nochmal“, sagte Lutz Meißner von der Bürgerinitiative „Rettet die U5“. Die Initiative hatte die Variante „Ginnheimer Kurve“ einst vorgeschlagen. Für diese Variante sprächen die hohe Zahl der Studenten sowie der Ausbau des Bundesbank-Campus, wo die Bundesbank die bislang in der Stadt verteilten Mitarbeiter ansiedeln will.

Aber ob der Campus Westend und die Bundesbank überhaupt ans U-Bahn-Netz angeschlossen werden soll, ist bislang mehr als fraglich.

Stadt läßt drei Trassen prüfen

Die Stadt hat auf Wunsch der Koalition drei Trassen von Bockenheim nach Ginnheim prüfen lassen. Eine würde den Grüneburgpark untertunneln und am Campus Westend halten („Ginnheimer Kurve“); eine würde unterhalb der Franz-Rücker-Allee verlaufen („Frauenfriedenskirche); eine würde den Fernmeldeturm anbinden („Europaturm“).

Wie aus informierten Kreisen zu hören ist, liegt die „Europaturm“-Trasse im Gutachten vorn. Sie sei günstiger als die anderen beiden Trassen, heißt es zur Begründung. Bei den Varianten „Frauenfriedenskirche“ und „Ginnheimer Kurve“ müsste die Strecke über eine längere Distanz im Tunnel geführt werden, was die Kosten drastisch erhöhe.

Ein Kilometer Tunnelbau schlägt mit gut 100 Millionen Euro zu Buche, eine unterirdische Station kostet etwa dieselbe Summe.

Bei der „Europaturm“-Trasse wäre wohl ein kürzerer Tunnel nötig, aber keine unterirdische Station. Die Strecke würde von der Bockenheimer Warte über den Botanischen Garten, Fernmeldeturm, Platensiedlung zur Station Ginnheim führen.

Auf konkrete Kostenangaben will sich die Stadt bei den Varianten noch nicht festlegen. Im kommenden Jahr sei mit einer Vorlage fürs Stadtparlament zu rechnen, sagte der Sprecher des Verkehrsdezernats, Thomas Erhart. Bis die Pläne dann baureif sind, werden aber noch viele Jahre vergehen. Frankfurt braucht für die Strecke auch Bundesmittel.

„Wir favorisieren die Variante Ginnheimer Kurve“, stellte Universitätssprecher Olaf Kaltenborn auf Nachfrage der FR klar. Die zusätzlichen Kosten für einen U-Bahn-Anschluss an der „Campus-Meile“ sollten der Stadt die drei Hochschulen wert sein, heißt es.

Campus-Meile soll   drei  Hochschulen  vernetzen

Zur sogenannten Campus-Meile gehören neben der Goethe-Universität die Privathochschule Frankfurt School of Finance & Management (FS) und die frühere Fachhochschule, die jetzt Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) heißt. Beide liegen am Alleenring.

Die Campus-Meile soll diese drei nah beieinander gelegenen Hochschulen sowie die Deutsche Nationalbibliothek miteinander räumlich vernetzen. Doch es gibt da ein kleines Problem: Der vielbefahrene Alleenring – zwischen A66 und Frankfurter Osten gelegen – zerschneidet die Meile regelrecht.

Für den Alleenring schwebt Uni-Präsidentin Wolff eine städtebauliche Lösung vor, wie sie zuletzt vor Jahren diskutiert und mittlerweile politisch begraben wurde: die Untertunnelung des Alleenrings mit einer Stadtautobahn.

Mit der Verlagerung des Verkehrs unter die Erde würde die trennende Wirkung des Alleenrings in seiner derzeiten Form aufgehoben, so Wolff, die als Beispiel München anführt, wo durch die Untertunnelung des Petuelrings im Norden Schwabings ebenfalls eine Region städtebaulich aufgewertet wurde. „Eine Campusmeile würde ähnlich wie am Museumsufer einen neuen attraktiven Raum entstehen lassen und wäre ein eindeutiges Bekenntnis der Stadt zu ihren Hochschulen“, sagte Wolff.  (mit dpa)

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