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Da hat jemand gut lachen: Oliver Nyul schwört auf sein Dienstrad.

Dienstfahrrad

Fahrrad leasen und Steuern sparen

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Wer mit dem Dienstrad zur Arbeit fährt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes - und kann richtig Geld sparen.

Oliver Nyul fährt jeden Tag aus dem Nordend mit einem geleasten Dienstrad zur Arbeit in die Innenstadt. „Egal ob sommers oder winters – außer es liegt eine dicke Schneeschicht auf der Straße“, sagt er. Im Winter trägt er eine Regenhose über dem Anzug, eine gelbe Leuchtweste und Helm – wegen der Sicherheit. Oliver Nyul arbeitet im Commerzbank-Hochhaus in der Großen Gallusstraße. Über die Bank least er das Fahrrad und spart dabei Steuern und Sozialabgaben.

Fahrradleasing per Entgeltumwandlung funktioniert so: Angestellte suchen sich ein Fahrrad bei einem Händler ihrer Wahl aus. Der Arbeitgeber schließt mit einem Zwischenhändler, zum Beispiel IKB Leasing oder Jobrad/Leaserad, einen Vertrag ab. Dieser Zwischenhändler tritt in Vorleistung – und bezahlt das Rad. Der Arbeitnehmer zahlt über einen Zeitraum von etwa drei Jahren monatlich die Raten ab. Die Raten werden vom Bruttogehalt abgezogen. Weil das Bruttogehalt sinkt, sparen Mitarbeiter Steuern, und außerdem entfällt ein Teil der Sozialabgaben. Fahrradleasing per Entgeltumwandlung bieten Unternehmen seit 2012 analog zum Dienstwagenleasing an.

Die Ersparnis liege bei etwa zehn bis 15 Prozent im Vergleich zum Listenpreis, schätzt Oliver Nyul. Sein Rennrad habe rund 1800 Euro gekostet. Die Raten betrügen etwa 40 Euro monatlich.

Rund 1000 Fahrräder seien bei der Commerzbank auf diese Art geleast worden, sagt Sprecherin Ines Hennig. Auch andere Firmen sind vom Fahrradleasing überzeugt. „Uns werden die Räder förmlich aus der Hand gerissen“, sagt Peter Kespohl, Sprecher der Deutschen Telekom. 6000 Räder seien seit 2015 bestellt worden. Begehrt seien auch Pedelecs und E-Bikes sowie das Zweitrad, das Telekom-Mitarbeiter seit Sommer 2018 leasen dürfen.

Das Firmenrad sei „ein Erfolgsmodell“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Seit die Bahn es vor gut zwei Jahren eingeführt habe, seien konzernweit 16 000 Fahrräder bestellt worden. „Es schont die Umwelt, ist gut für die Gesundheit, und man spart Geld durch die Bruttogehaltsumwandlung“, sagt der Sprecher..

Aber nicht jede Firma bietet Fahrradleasing über die Entgeltumwandlung – weil Informationen fehlen oder der Verwaltungsaufwand abschreckt. Außerdem gibt es rechtliche und tarifvertragliche Hürden. „Der öffentliche Dienst fällt als Nutzer aus, weil die Gewerkschaften die Entgeltumwandlung, also eine Sachleistung statt eines Teils des Barlohns, kritisieren. Das ist sehr schade“, sagt Stephanie Krone, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Diensträder rechneten sich für Arbeitgeber immer, sagt sie. „Radpendler sind im Durchschnitt zwei Tage im Jahr weniger krank, außerdem fitter und motivierter.“

Auch die Bundesbank, die nach dem Tarif des öffentlichen Diensts bezahle, könne aus diesem Grund kein Fahrradleasing anbieten, teilte eine Sprecherin mit. Dafür seien einige E-Bikes und Fahrräder für kurze Dienstfahrten zwischen den Standorten in Frankfurt vorhanden sowie Duschen, Spinde und Abschließmöglichkeiten für Räder.

Einen Abstellraum für rund 300 Räder hat auch die Commerzbank im Hochhaus – selbst im Winter sind nur wenige Plätze frei. Außerdem gibt es Duschen und Spinde sowie rund 70 gelbe Commerzbank-Räder für die Fahrten zwischen den Standorten. Diese arbeiten auf Basis von Call-a-Bike.

Oliver Nyul ist mit dem Fahrradleasing zufrieden, wie er sagt. Für seine Frau habe er ebenfalls ein Rad geleast, was der Arbeitgeber erlaube. Wenn er sein Rennrad abbezahlt habe, könnte sein Sohn ein weiteres Rad geleast bekommen.

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