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Die kleinen Mornewegschulräuber sind beim theatralischen Gestikulieren schon Profis.
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Die kleinen Mornewegschulräuber sind beim theatralischen Gestikulieren schon Profis.

Darmstadt/

Deutsch lernen mit der Räubertochter Ronja

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Grundschüler üben Theaterstücke ein, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Der „Deutschsommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft expandiert in die Region.

Wir sind die Räuberbande!“ „Räuber sind stark!“ „Räuber sind mutig!“ „Räuber haben keine Angst!“. Die Sätze, die aus dem Buch „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren stammen, hallen laut durch den Schulraum. Während ihre Klassenkameradinnen und -kameraden die Ferien am heimischen Badesee oder in anderen Ländern verbringen, treffen sich derzeit 13 Drittklässler der Bessunger Mornewegschule, um spielerisch ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Die neun Mädchen und vier Jungen im Alter zwischen neun und zehn Jahren wollen am kommenden Donnerstag um 18 Uhr in der Schulmensa ihren Eltern und Verwandten das kleine Theaterstück rund um die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis aufführen. Bis Donnerstag werden kurze Sätze eingeübt und Szenen geprobt.

Eine Deutschlehrerin, eine Sozialpädagogin und eine Theaterpädagogin kümmern sich um die Mornewegschüler, die zum Teil in Deutschland geboren wurden, deren Eltern aus Mazedonien, Spanien, der Türkei, Marokko, Ghana oder aus Serbien stammen, oder die selbst dort auf die Welt gekommen sind. Die Kinder eint, dass sie alle Schwierigkeiten haben, sich auf Deutsch auszudrücken.

Mit dem Ferienprogramm „Deutschsommer“, das in diesem Jahr erstmals in Darmstadt angeboten wird, wollen das hessische Kultusministerium, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft aus Frankfurt und die in Darmstadt-Eberstadt ansässige Dotter-Stiftung erreichen, dass 30 Kinder der dritten Klassen künftig besser Deutsch sprechen können.

Neben der Bessunger Mornewegschule nimmt auch die Eberstädter Wilhelm-Hauff-Schule an dem Projekt teil, das 2007 von der Polytechnischen Gesellschaft nach einer Idee der Jacobs Foundation entwickelt wurde. Der „Deutschsommer“, der jährlich in den ersten drei Wochen der Sommerferien stattfindet, wurde vor zwei Jahren mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet. Das Kultusministerium unterstützt das Programm seit Beginn.

Auch Frankfurt dabei

In Frankfurt beteiligen sich in diesem Jahr 30 Kinder in der Textorschule an dem Projekt (FR vom Donnerstag). In Rüsselsheim wird der „Deutschsommer“ bis zum kommenden Freitag an der Albrecht-Dürer-Schule angeboten. In Rüsselsheim, wo der städtische Kulturbetrieb 123 in seiner Eigenschaft als Volkshochschule drei Honorarkräfte angestellt hat, beteiligen sich Grundschüler aus sechs verschiedenen Rüsselsheimer Schulen an dem Projekt.

Für die Schüler der Mornewegschule beginnt der Tag morgens um 8 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Nach einer Dreiviertelstunde steht die erste Deutscheinheit mit Grammatik auf dem Programm. Nach einer Pause wird anderthalb Stunden Theater gespielt. Dabei geht es nach den Worten von Julia Lehn vom Darmstädter Kinder- und Erzähltheater Lakritz darum, den Kindern Gestik, Mimik und Körpersprache beizubringen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen nehmen die Schülerinnen und Schüler an Ausflügen teil. So waren die Kinder schon im Bioversum in Kranichstein sowie im Bessunger Forst. Das Buch „Ronja Räubertochter“ bekommen sie geschenkt. Für viele ist es das erste eigene Buch überhaupt.

Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, sagte, Intention des „Deutschsommers“ sei es, die Sprachkenntnisse zu verbessern und auch das Selbstbewusstsein der Schüler zu fördern. Die gute Beherrschung der deutschen Sprache sei „die Voraussetzung für den Bildungsaufstieg und für gesellschaftliche Teilhabe“, so Kaehlbrandt.

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