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Macht sich in Hessens Gärten rar: die Amsel.

Tiere in Hessen

Deutlich weniger Amseln in Hessen

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Der Naturschutzbund zieht eine Zwischenbilanz zur Wintervogel-Zählaktion in Hessen. Dabei gibt es nicht nur gute Nachrichten.

Verwaiste Futterhäuschen, unberührte Meisenknödel. So mancher Vogelfreund ist beunruhigt. Kein Grund zur Sorge, sagt Maik Sommerhage, Referent für Vogelschutz beim Naturschutzbund (Nabu) Hessen. Weil es weniger Insekten gab, gibt es zwar auch weniger Piepmätze. Doch insgesamt ist die Population stabil. Sie meidet derzeit noch die von Menschen besiedelten Gebiete, weil auch in Feld und Flur der Tisch reich gedeckt ist. Dank des milden Winters hängen vielerorts die Büsche noch voll mit Beeren. Und wer offenen Auges über Streuobstwiesen spaziert entdeckt überall Fallobst, mit denen sich das Federvieh den Bauch vollschlagen kann.

Schlechte Nachrichten gibt es allerdings zur Amsel. Das legt die am Mittwoch veröffentlichte Zwischenbilanz zur Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ nah. Mehr als 5500 Hessen haben bislang rund 140 000 Vögel aus rund 4000 Gärten und Parks gemeldet.

Die Hitliste der am häufigsten gesichteten Tiere führt, wie im Vorjahr, der Haussperling an. Gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise. Amsel und Feldsperling haben ihre Plätze vertauscht. „Mit landesweit nur 2,18 Amseln pro Garten fährt die Art ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis ein, ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagt Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Im trockenen Sommers habe es den Jungvögeln an Regenwürmern gefehlt. Zudem gebe es weniger Zuzug aus Nord- und Osteuropa, denn dort ist es auch noch nicht richtig kalt. „Aber auch die Usutu-Epidemie, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist, dürfte ein wichtiger Grund sein.“

Wer Vögel in seine Nähe locken will, sollte auf reichhaltige Kost achten, empfiehlt Experte Sommerhage. Finger weg von Billig-Angeboten. Dicke Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Rosinen – möglichst an einem Ort platziert, an dem rundum freie Sicht herrscht. So kann des Nachbars Katze nicht überraschen und auch nicht der Sperber. Im Sommer verzichtet Sommerhage übrigens auf das Füttern. „Das Geld sollte man besser in Pflanzen oder Insektenhotels anlegen“, empfiehlt er. Zum Beispiel in Beerensträucher oder Schmetterlingsflieder, der Insekten anlockt. Die Zählaktion läuft bis 15. Januar. Informationen unter www.stundederwintervoegel.de

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