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Der Steinbach soll ans Tageslicht

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Entlang der Gemaa Gass soll der Steinbach freigelegt werden. Christiane Paiement-gensrich
Entlang der Gemaa Gass soll der Steinbach freigelegt werden. Christiane Paiement-gensrich © cg

Zwei Drittel der Kosten sollen aus Fördermitteln bezahlt werden

STEINBACH - In den 1960er Jahren waren viele Steinbacher froh, als der vorher fröhlich durch den Ort plätschernde Steinbach in Rohren unter dem neuen Pflaster verschwand. Endlich konnte man durch die Straßen laufen, ohne dass die Schuhe danach voller Lehm waren. Jetzt aber soll das Gewässer wieder ans Tageslicht geholt werden. Die Freilegung des Steinbachs im Bereich Gemaa Gass und Untergasse kann nächstes Jahr in Angriff genommen werden, sagt Bürgermeister Steffen Bonk (CDU). Das Gros des Geldes für das Projekt in der Alten Dorfmitte kommt aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“: Insgesamt erhält die Stadt jetzt 1,52 Millionen Euro von Bund und Land. Damit wären rund zwei Drittel der Kosten abgedeckt. Das übrige Drittel muss die Stadt aus Haushaltsmitteln schultern.

„Das Geld haben wir im vorigen Frühjahr beantragt“, berichtet Bonk. Die genauen Vorhaben für das jeweils kommende Jahr müssen jährlich konkretisiert werden. Ende 2020 sei Steinbach in das Städtebau-Förderprogramm aufgenommen worden. Es laufe zehn Jahre lang. Nach zwei Jahren, die von der Vorbereitungsphase geprägt waren und einen 170 Seiten starken Maßnahmenplan hervorgebracht haben, werde das sogenannte Integrierte städtebauliche Entwicklungs-Konzept (ISEK) nun für die Bürger erlebbar.

„Die Freilegung des Steinbachs ist ein schönes Projekt. Es ist ökologisch super und hat einen emotionalen Faktor“, sagt Bonk. Der Freizeitwert der Ortsmitte werde gestärkt, ebenso die Wegeverbindung. „Das soll dazu führen, dass Bürger gern zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Stadtmitte kommen und das Auto stehen lassen.“ Das Thema Wegeverbindung sei bereits im laufenden Jahr vorbereitet worden, indem die Stadt Grundstücke in der Ortsmitte gekauft habe. Ziel sei ein Lückenschluss in Gestalt eines Fuß- und Radweges in der Bornhohl. Damit solle die im Norden liegende Brummermann-Siedlung besser mit dem Freien Platz verbunden werden.

GELD FÜR STADTENTWICKLUNG

Das von Bund und Land ausgestattete Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ zielt auf die Weiterentwicklung von Innenstädten und Ortskernen. Themen sind unter anderem grüne und attraktive Freiräume, Funktions- und Angebotsvielfalt, Nahmobilität und Versorgungsangebote sowie der Erhalt des baukulturellen Erbes.

Das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ unterdessen ist für Stadt- und Ortsteile mit städtebaulichen oder sozialen Problemen gedacht. Gefördert werden - ebenfalls von Bund und Land - Investitionen in das Wohnumfeld, die Infrastruktur und die Wohnqualität, um Generationengerechtigkeit, Familienfreundlichkeit, Bildungschancen, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dazu gehört unter anderem auch die Förderung von Grün-, Frei- und Wasserflächen. cg

Konzept gegen Starkregen

Dass das Wasser im dann freigelegten Steinbach über die Ufer tritt und Keller überschwemmt, verhindere die Vernetzung des Projektes mit dem Starkregenschutz-Konzept der Stadt. „Die alten Kanalrohre behalten wir zur Sicherheit als Überlauf für den Bach“, erklärt Bonk.

Im Übrigen habe die Stadt auch einen Fördermittelbescheid aus dem Städtebauprogramm „Soziale Stadt“ (das jetzt offiziell „Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ heißt) erhalten, berichtet Bonk weiter. Die Förderzusage fürs neue Jahr umfasse insgesamt zwei Million Euro. Auch hier gelte: Bund und Land zahlen rund zwei Drittel und die Stadt übernimmt das übrige Drittel der Kosten.

„Einen Teil des Geld verwenden wir für die Sanierung der Herzbergstraße“, erklärt der Rathauschef. Die Fußwegeverbindung dort solle verbessert werden, die Parkplätze würden neu angeordnet und die Straße solle - unter anderem damit die Autos am Ende der Sackgasse nicht wenden müssten - am Anfang und am Ende je einen Verkehrskreisel bekommen. Außerdem sollen die unansehnlichen Altglas- und Papiercontainer unter der Erde verschwinden.

Ebenfalls vorgesehen sei, die Wegeverbindung über den Walter-Herbst-Weg zu ertüchtigen. Und zwar vom St.-Avertin-Platz über die Berliner Straße und die Industriestraße bis zur Kindertagesstätte „In der Eck“. Und den Fußgängern solle mittels neuer barrierefreier Zebrastreifen-Schwellen die Überquerung von Hessenring und Frankfurter Straße erleichtert werden.

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