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So soll die Sauna im Badehaus 2 aussehen.
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So soll die Sauna im Badehaus 2 aussehen.

Rhein-Main

Der Heilbad-Status lässt in Bad Nauheim auf sich warten

Bad Nauheim Prüfung wird ausgesetzt, bis die neue Therme voraussichtlich 2024 fertig ist

Eigentlich sollte der Kurstadtstatus Bad Nauheims in diesem Jahr bestätigt werden. Doch die Prüfung zur Rezertifizierung als Heilbad ist um Jahre verschoben worden – die Voraussetzungen sind aktuell nicht gegeben.

Hessens Heilbäder müssen sich alle zehn Jahre einer Prüfung unterziehen. Ein Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium Kassel untersucht, ob alle Kriterien erfüllt werden. Dazu gehören ausreichende medizinische Angebote sowie vielfältige Unterbringungs- und Therapiemöglichkeiten, die sachgerechte Anwendung des jeweiligen Heilmittels, eine gute Luftqualität, eine Tourist-Information, ein Kurmittelhaus, Park- und Freizeitanlagen.

„In diesem Jahr wäre Bad Nauheim mit der Prüfung zur Rezertifizierung als Heilbad an der Reihe gewesen“, sagt Steffen Schneider. Der Leiter des städtischen Fachbereichs Kur und Service wählt bewusst den Konjunktiv, denn das Untersuchungsverfahren wurde bereits zweimal ausgesetzt – und soll nun erst 2025 zum Abschluss kommen.

Nach den Worten von Schneider und Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) ist der Kurstadtstatus, der Bad Nauheim vor 150 Jahren verliehen wurde, dadurch nicht gefährdet. Die Voraussetzungen zur Rezertifizierung werden aber erst in einigen Jahren wieder alle erfüllt sein. Zurzeit nämlich kann das Bad Nauheimer Heilmittel, die Sole, nicht in ausreichendem Umfang angeboten werden. Erst wenn die neue Therme inklusive Kurmittelhaus im Badehaus 2 realisiert ist, kann die Prüfungskommission Haken hinter den Punkten „Therapie“ und „Wellness“ machen. Laut Schneider wurde der Rezertifizierungsprozess bereits 2019 angestoßen, zwei Jahre später sollte der Fachausschuss Bad Nauheim das Doppelprädikat „Heilbad“ erteilen, und zwar für die Anwendung der Sole und der Kneipp’schen Lehre. Weil der Neubau des Thermalbads aber auf sich warten lässt, wurde der Prüfungstermin zunächst auf 2023 und dann auf 2025 verschoben. Der Grund: Das Badehaus 2 kann als Kurmittelhaus vermutlich erst im Herbst 2024 eröffnet werden, weil Sanierung und Umbau mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. „Ohne Therme und Kurmittelhaus kann das Rezertifizierungsverfahren nicht abgeschlossen werden“, so Schneider.

Die Stadtverwaltung will die Zeit nutzen. Das gilt etwa für die Anwendung der Kneipp’schen Lehre. Bislang ist Bad Nauheim Kneipp-Kurort, strebt aber auf diesem Gebiet die Hochstufung zum Heilbad an. Laut Bürgermeister Kreß muss dafür die Angebotspalette vielfältiger werden. Dazu dienen etwa die angestrebte Kneipp-Anlage an der Löwenquelle in Schwalheim oder die Präsentation eines weiteren Aspekts der Kneipp’schen Lehre im Gesundheitsgarten. Das Seniorenheim Elisabethhaus und die Kita an der Wilhelmskirche berücksichtigen ebenfalls Aspekte dieser Lehre. Als kleinen Gag planen Stadt und Kneipp-Verein, der sich laut Schneider sehr für den Heilbadstatus engagiert, zudem eine Fußgängerampel, die das Antlitz von Sebastian Kneipp zeigen soll.

Kreß betont außerdem den Stellenwert der angestrebten Verkehrswende. So soll der Stadtbusfuhrpark der Stadtwerke bis 2024 auf E-Antrieb umgestellt werden.

Ein Ziel der Verkehrswende ist es, die Innenstadt von motorisiertem Individualverkehr zu entlasten. Kreß: „Eine wichtige Rolle spielt der Radverkehr. Dabei haben wir noch ein gutes Stück Weg zu gehen.“ In Sachen Klimaschutz könne die Stadt zudem mit einer Zahl von etwa zehn E-Ladesäulen und der umweltfreundlichen kalten Nahwärme punkten.

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