Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Innenraum der Marburger Elisabethkirche von 1283 erhält seine mittelalterlichen Farben zurück. Die Arbeiten beginnen noch in diesem Jahr.
+
Der Innenraum der Marburger Elisabethkirche von 1283 erhält seine mittelalterlichen Farben zurück. Die Arbeiten beginnen noch in diesem Jahr.

Hessen

Denkmalfest: Gefeiert wird doch ein bisschen

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
    schließen

Der Tag des Offenen Denkmals am 12. September muss wegen der Corona-Pandemie bescheidener ausfallen - aber es gibt wieder Monumente, die besucht werden dürfen. Eröffnet wird das Denkmalfest in diesem Jahr in Marburg

Das Marburger Museum residiert in einem ziemlich ungewöhnlichen Gebäude, das selbst schon eine Sehenswürdigkeit ist: Das Kunstgebäude der Philipps-Universität, 1927 zum 400. Jahrestag der Universitätsgründung eröffnet, ist in den vergangenen Jahren für sehr viel Geld restauriert worden.

Rund fünf Millionen Euro zahlte das Land für die Außenrenovierung, die aufwendige Innensanierung des Museums kostete nochmals 3,9 Millionen. Sehr beachtlich war dabei der Anteil, den engagierte Bürgerinnen und Bürger dabei hatten: Sie spendeten rund 1,3 Millionen Euro für ihr einst düsteres Museum, das nun seine erstaunlich gute, viel zu wenig bekannte Kunstsammlung in lichtdurchfluteten, sorgfältig restaurierten farbigen Räumen zeigen kann. 2020 gewann die Sanierung den hessischen Denkmalschutzpreis. Jetzt wird hier am Samstag, 11. September, zentral für Hessen der „Tag des offenen Denkmals“ eröffnet, der am dann folgenden Sonntag, 12., stattfindet.

„Der Tag des offenen Denkmals ist nicht nur bundes-, sondern europaweit ein Höhepunkt im Denkmaljahr“, sagt Markus Harzenetter, der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden. „Das unmittelbare Erleben vor Ort mit allen Sinnen und der Austausch mit Expertinnen und Experten ist dabei unerlässlich. Nach wie vor brauchen wir die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger – der Tag des offenen Denkmals zeigt uns in jedem Jahr wieder, dass die Menschen sich mehr denn je mit ihrem historisch gewachsenen Lebensumfeld identifizieren und sich dafür einsetzen.“

Normalerweise zieht der Denkmaltag mit seinen Hunderten von Angeboten allein in Hessen viele Tausend Menschen an, die sich für das historische Erbe begeistern. Sie lassen sich durch sonst oft nicht zugängliche Bauwerke führen, von der mittelalterlichen Kirche über Jugendstilvillen bis hin zur gerade einmal wenige Jahre alten Bahn-Unterführung (tatsächlich, um 11 Uhr an der Riedbahn in Nauheim im Kreis Groß-Gerau). In diesem Jahr ist der Denkmaltag ein Kompromiss, das ist der immer noch grassierenden Corona-Pandemie geschuldet.

2020 hatte der Denkmaltag nur im Internet stattgefunden. Das war unbefriedigend, austauschbar und blutleer. In diesem Jahr läuft beides. Viele Führungen sind zwar kleiner als in den Vorjahren, aber immerhin: Es gibt sie. „Das ist ein Signal, dass es weitergehen soll“, sagt Katrin Bek vom Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden.

Die Eröffnung im Marburger Kunstgebäude am Samstag beispielsweise wird live im Internet übertragen (www.lfd.hessen.de), doch am Sonntag ist das hochinteressante Haus, eines der wenigen Beispiele für expressionistische Architektur in Deutschland, mit seinen Sammlungen und Universitätsinstituten auch live besuchbar.

Marburg bietet zum Denkmaltag zudem ein weiteres Monument, das sogar internationalen Rang hat und eine weite Anfahrt lohnen würde: die Elisabethkirche. Hier gibt es den ganzen Tag über Führungen, auch durch den hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Dachstuhl aus dem 13. Jahrhundert. Leider werden nur wenige Plätze angeboten, buchbar unter Telefon 06421/65573. Doch auch wer keine der Führungen ergattert: Die Kirche mit ihrer herausragenden Ausstattung ist den ganzen Tag über geöffnet. Ein Besuch lohnt sich auch deshalb, weil hier in den kommenden Jahren eines der großen Projekte des hessischen Denkmalschutzes ansteht.

Nach langer Diskussion wurde entschieden, den hoch bedeutenden Kirchenraum, einen der ersten gotischen in Deutschland überhaupt, in seiner originalen Farbigkeit des 13. Jahrhunderts zu rekonstruieren. Wer jetzt noch einmal die alte Düsternis erlebt, wird dann umso mehr staunen über das gar nicht mehr finstere Mittelalter, das hier bald zu erwarten ist.

Der Bad Nauheimer Sprudelhof, 1911, eines der Hauptprojekte der hessischen Denkmalpflege. Monika Müller
Früheres Pfarrhaus in Nidderau-Windecken, 1717.
Heidbergkapelle in Lauterbach-Sickendorf, 1917.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare