Kommentar

Den Wandel unterstützen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen

Für die Kulturstadt Frankfurt ist das jahrelange ergebnislose Tauziehen um die Ansiedlung der European School of Design (ESD) am Sachsenhäuser Paradieshof beschämend. 

Tatsächlich waren die Überlegungen des damaligen Bürgermeisters und Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) vielversprechend. Mit der ESD wollte Cunitz im heruntergekommenen alten Kneipenviertel von Sachsenhausen den Nukleus für ein neues Kreativquartier schaffen. Tatsächlich leben und arbeiten dort schon Künstler, Architekten, Designer.

Doch dieser Aufbruch, für den der Grüne der Design-Schule 2015 eine Millionen-Hilfe der Stadt zugesagt hatte, ist danach insbesondere von Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) verspielt worden. Plötzlich war nicht mehr von den Chancen durch die ESD, sondern immer nur von Risiken und Bedenken die Rede. Ja, Schneider hat recht: Die Stadt sollte nicht alleine den Umbau einer Liegenschaft für ein privates Ausbildungsinstitut finanzieren. Aber das wird sie auch nicht tun müssen. Die ESD ist bereit, selbst eine Millionensumme aufzubringen und sich zu beteiligen. Und natürlich wird sie danach eine Pacht an die Stadt zahlen müssen.

Vier Millionen Euro stehen im Etat von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) unter dem Stichwort Paradieshof bereit. Dabei geht es um die städtebauliche Aufwertung. Und nichts anderes wäre ein Umzug der ESD nach Sachsenhausen. Die Römer-Koalition hat jetzt die Chance, den jahrelangen Eiertanz zu beenden und sich noch einmal klar zu dem Projekt zu bekennen. Wenn die Kommune den Wandel im Kneipenquartier tatsächlich möchte, dann sollte sie ihn auch finanziell unterstützen. Die Römer-Koalition würde sich so eine große Blamage ersparen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare