Rechter Terror

Demonstration in Hanau „Gemeinsam Flagge zeigen“

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die „Initiative 19. Februar“ mobilisiert bundesweit und mit prominenter Unterstützung zu einer Demonstration nach Hanau. Die Initiatoren fordern Gedenken, Aufklärung und Konsequenzen.

Vom Mittelmeer bis nach Hanau: Rassismus tötet. Ich unterstütze den Aufruf der Angehörigen, weil die Zukunft einer offenen Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung gehört“, sagt Seenotrettungs- und Klimaschutzaktivistin Carola Rackete.

Mit diesem und anderen Zitaten hat die Initiative 19. Februar in den vergangenen Tagen für die große Demonstration in Hanau an diesem Samstag, 22. August, bundesweit mobilisiert. Sie beginnt um 13 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz im Stadtteil Kesselstadt, am zweiten Tatort, und führt über die Burgallee und die Philippsruher Allee in die Innenstadt zum Freiheitsplatz. Dabei werden die Teilnehmer auch am ersten Tatort, am Heumarkt, vorbeikommen. Das Motto lautet: „Erinnerung – Gerechtigkeit – Aufklärung – Konsequenzen“.

„Wir werden die Demonstration am Samstag nutzen, um Konsequenzen zu fordern und in die Öffentlichkeit zu tragen“, kündigt Niculescu Paun an, der Vater des getöteten Vili Viorel. Schöne Worte reichten nicht, es müsse sich etwas ändern. „Wir werden keine Ruhe geben“, fügt Filip Goman hinzu, Vater von Mercedes Kierpacz, die ebenfalls zu den Opfern gehört.

Hanauer Initiative

Alle Infos zur Demonstration im Netz unter www.19feb-hanau.org

Zahlreiche Redebeiträge sind geplant. Fischer, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), Überlebende, Angehörige und Freunde werden das Wort ergreifen. Sie werden an die getöteten Hanauer erinnern und sich unter anderem auch mit den offenen Fragen zur Tat auseinandersetzen.

Darüber hinaus wird ein Beitrag von Naomi Henkel-Gümbel zu hören sein. Die angehende Rabbinerin hat den Anschlag von Halle überlebt und tritt im Prozess gegen den Täter als Nebenklägerin auf. Sie kommt nach Hanau, „weil ich am eigenen Leib erfahren habe, dass Hass nicht weit von uns entfernt ist“.

Die Polizei Südosthessen und die Stadt Hanau rechnen mit mindestens 3000 Teilnehmern und weisen darauf hin, dass die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sind. Darauf würden die Einsatzkräfte zusammen mit Hygienepaten der Stadt bei Bedarf hinweisen, sagte ein Polizeisprecher. Dabei werde die Polizei aber „nicht zu kleinlich“ sein. Die Beamten würden in ausreichender Zahl vor Ort sein, um auf eventuelle Zwischenfälle reagieren zu können, allerdings würden sie die Veranstaltung „zurückhaltend“ begleiten, so der Sprecher.

www.19feb-hanau.org

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