Protest

Demo für verurteilten Bürgermeister

Kinder ertrinken in einem Teich. Der Bürgermeister wird daraufhin verurteilt. Nach dem Richterspruch gibt es nun eine Demo.

Nach der Verurteilung des Neukirchener Bürgermeisters im Fall der drei in einem Dorfteich ertrunkenen Kinder wird am Samstag (11.00 Uhr) in Nordhessen eine Demonstration stattfinden. Zur Teilnahme vor dem Amtsgericht Schwalmstadt aufgerufen hat der Stadtverordnetenvorsteher von Niedenstein, Erich Sommer (Freie Wählergemeinschaft), vor allem alle Kommunalpolitiker des Schwalm-Eder-Kreises.

Sommer (80) sagte, man wolle damit den Bürgermeister moralisch unterstützen. „Ich betone ausdrücklich, dass es bei der Kundgebung nicht darum geht, das Gericht zu verunglimpfen beziehungsweise anzugreifen. Richter sind Menschen und Menschen irren sich manchmal und machen auch Fehler“, schrieb Sommer in einer Ankündigung zur Demo, zu der er 100 Teilnehmer angemeldet wurden. „Es können aber auch mehr oder weniger werden“, sagte Sommer. Die Kundgebung solle zwischen 30 und 60 Minuten dauern.

Der Bürgermeister von Neukirchen, Klemens Olbrich (CDU), war am 20. Februar vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe (12 000 Euro) auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 4000 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Laut Gericht hatte er die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt, der erhebliches Gefahrenpotenzial aufweise. In dem Teich waren im Juni 2016 drei Geschwister ertrunken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Olbrich hatte nach dem Urteil angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Er wollte in dem Prozess einen Freispruch erreichen. (dpa)

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