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Davos, Kalbach

Rhein wirbt für den Standort am Main

Von MATHIAS ARNING

Es gibt mittlerweile auch andere Akzente. Boris Rhein hat daran keinen Zweifel. Die Unternehmen, das habe sich in dieser Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos für ihn ganz deutlich gezeigt, weiteten in der gegenwärtigen Krise ihren Blick auf den Standort: "Denen geht es jetzt nicht mehr nur allein um die Höhe des Gewerbesteuersatzes", glaubt der Wirtschaftsdezernent, vielmehr stelle sich auch die Frage nach "weiteren Qualitäten des Standorts". Danach beispielsweise, ob sich die Mitarbeiter eines Unternehmens auch als Familie in Frankfurt am Main wohl fühlten. Die Spitzen der Unternehmen merkten, dass "sie etwas für die Kommune tun müssen".

Mitten in der Krise hat sich Frankfurt zum ersten Mal als Stadt wie als Standort in Davos präsentiert. Bislang hatten kommunale Ökonomien bei diesem exponierten, global orientierten Forum keine Rolle gespielt. Im Zusammenhang mit Belebungsprogrammen, die die Bundesregierung inzwischen als bewussten Akzent gegen die Finanzkrise zu setzen sucht, kommen Investitionen in städtische Infrastrukturen wieder größere Bedeutung zu.

Der Deutsche Städtetag hatte in dieser Woche für das vergangene Jahr bilanziert, dass es in den meisten großen Städten noch keine Spuren der aktuellen Flaute gegeben habe. Allerdings stehe zu befürchten, dass "die Schere zwischen armen und reichen Kommunen" in diesem Jahr erheblich wachsen werde.

Für Frankfurt, berichtet Stadtrat Rhein am Freitag im Gespräch mit der FR, sei "Davos gut gelaufen", wenngleich allen Beteiligten durchaus klar gewesen sei, dass kommunale Kräfte "nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf die Wirtschaft haben können". Mit der Ansprache der in dem Schweizer Kurort präsenten "Topentscheider aus der Wirtschaft" sei das Weltwirtschaftsforum aber "eine gute Möglichkeit gewesen, um für den Standort zu werben". Einem Marktplatz, der sich verstärkt der Biotechnologie wie der Pharmaforschung annehme.

Ins Gespräch gebracht habe er auch das House of Logistic, in dem es um die Vernetzung von Unternehmen der Branche und der sich mit Logistik befassenden Wissenschaft gehe. Auch die wachsende Bedeutung der Kreativbranche für Frankfurt am Main habe er hervorgehoben. Wenig präsent sei den Managern allerdings nach wie vor die Bedeutung Frankfurts als überaus wichtiger Internet-Knotenpunkt in Europa.

Nicht versäumt habe er, das Thema Internationale Bauausstellung Frankfurt/Rhein-Main 2018 anzusprechen. Mit diesem Projekt könne man perspektivisch deutlich machen, dass "Frankfurt eine überaus interessante Stadt ist".Schließlich spielten Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit einer realistischer gewordenen Bauausstellung eine bedeutende Rolle. Und so sei es ausgesprochen förderlich, dass die Stadtregierung "beide Herausforderungen" bereits auf ihrer politischen Agenda habe.

Was allerdings nicht bedeuten möge, dass damit alle Probleme kommunalen Wirtschaftens vom Tisch seien. Spätestens die Suche nach einem neuen Standort für die Brauereigruppe Radeberger habe deutlich gemacht, dass die Stadtregierung "sich sicherlich noch mal Gedanken über die Ausweisung von Gewerbeflächen machen muss". Dafür könne man sich ein Beispiel an Kalbach nehmen. Dort ist im Norden des Stadtteils am Martinszehnten vor wenigen Jahren ein großflächiges neues Gewerbegebiet entstanden. Von der Kritik der Opposition am Abend zuvor im Stadtparlament wollte Rhein nichts wissen. Er lasse sich nicht den Abzug der Börse und den Weggang des Verbandes der Automobilindustrie anlasten. Beide Fälle, in denen Frankfurt das Nachsehen hatte, seien "nicht miteinander zu vergleichen".

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