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Zypries drin, Storm draußen

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Ministeramt an Schwarz-Gelb verloren, aber Direktmandat im Schluss-Spurt verteidigt: Brigitte Zypries (SPD) hat den Wahlkreis Darmstadt erneut gewonnen.

Ministeramt an Schwarz-Gelb verloren, aber Direktmandat im Schluss-Spurt verteidigt: Brigitte Zypries (SPD) hat den Wahlkreis Darmstadt erneut gewonnen und damit ihren Erfolg von 2005 wiederholt. Doch anders als vor vier Jahren fiel ihr Sieg hauchdünn aus: Gerade mal 0,1 Prozentpunkte oder 46 Stimmen trennten sie am Ende von dem Gräfenhäuser Andreas Storm (CDU). Für diesen ist die knappe Niederlage doppelt bitter, denn er wird nach 15 Jahren als Abgeordneter dem neuen Bundestag überraschend nicht mehr angehören. Weil seine Partei viele Überhangmandate gewinnt, hat der zuvor als sicher geltende Platz 5 auf der Landesliste nicht ausgereicht.

Der Wahlkreis 186, zu dem Darmstadt und 14 Gemeinden aus dem westlichen Landkreis Darmstadt-Dieburg gehören, ist auch künftig in Berlin mit zwei Abgeordneten vertreten: Daniela Wagner zieht über die Landesliste der Grünen in den Bundestag ein. Mit 12,1 Prozent der Erststimmen erzielte Wagner ein deutlich besseres Ergebnis als ihr Mann Jochen Partsch, der 2005 auf 8,1 Prozent kam. Besonders erfolgreich war Wagner erwartungsgemäß in Darmstadt: Dort erzielte sie 15,2 Prozent der Erststimmen.

2005 hatte Zypries den Wahlkreis als neue Bewerberin mit 7,1 Prozentpunkte Vorsprung gegen Storm gewonnen. Diesmal lagen beide während des gesamten Wahlabends Kopf-an-Kopf. Die Spannung stieg zusätzlich, weil sich die Auszählung im Briefwahlbezirk Mühltal lange verzögerte.

Zypries Wahlerfolg geht in erster Linie auf das Ergebnis in Darmstadt zurück: Dort lag sie mit 35,3 Prozent der Erststimmen zwar nicht wesentlich besser als im Gesamtwahlkreis, Andreas Storm erzielte hier jedoch nur 31,6 Prozent.

Das insgesamt knappe Ergebnis ist ein persönlicher Erfolg für Brigitte Zypries, denn ihre Partei stürzte bei den Zweitstimmen von 36,5 auf 25,2 Prozent ab, ein Minus von 11,3 Prozentpunkten. Stärkste Kraft wurde die CDU mit 28,8 Prozent, das sind 1,6 Prozentpunkte weniger als 2005. Die Grünen konnten ihr ohnehin schon gutes Resultat von 2005 (14,2 Prozent) nochmals steigern und liegen bei 17,1 Prozent.

Die FDP verbesserte ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Bundestagswahl deutlich: Mit 15,3 Prozent (2005: 10,8 Prozent) liegt sie auch über dem Bundesergebnis. Direktkandidat Christoph Hentzen kam auf 7,8 Prozent der Erststimmen.

Mit 8,6 Prozent lag die Linkspartei in Darmstadt im Bereich des Landesergebnisses, Direktkandidat Walter Busch-Hübenbecker erzielte 6,5 Prozent. (wf/ho)

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