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Die zweite Stadt

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Am Wochenende konnten sich die Babenhäuser auf Einladung der Stadt erstmals vor Ort über die Pläne zur künftigen Nutzung des Kasernengeländes informieren.

Am Wochenende konnten sich die Babenhäuser auf Einladung der Stadt erstmals vor Ort über die Pläne zur künftigen Nutzung des Kasernengeländes informieren. Kaum einer hatte das Gelände zuvor betreten; als noch US-Soldaten dort stationiert waren, war es vor der Öffentlichkeit abgeschottet. Ein Problem, wie Jürgen Schmitt erklärt: "Solange die Amerikaner hier lebten, war keine Bestandsaufnahme möglich. Wir konnten uns kein Bild vom Zustand der Gebäude machen, hatten keinen Überblick über möglicherweise vorhandene Altlasten", sagt der Projektleiter für Stadtentwicklung.

Seit knapp drei Jahren ist das Gelände nun verlassen. Die "Housing Area" umfasst ein Viertel der 60 Hektar großen Fläche. Darauf befinden sich 242 Geschosswohnungen und 117 Einfamilien- und Reihenhäuser. Die Häuser in amerikanischer Bauweise, nicht unterkellert und schlecht gedämmt, seien in "baurechtlich bedenklicher Verfassung", sagt Schmitt. Das gelte auch für die Mannschaftsgebäude. Ein Großteil der Geschosswohnungen sei zwar saniert, doch es gebe hierfür keinen Markt und kaum Interessenten.

Wie eine Umnutzung aussehen könnte, haben die Architekten Stefan Werrer und Thorsten Erl gezeigt, die beim Architekturwettbewerb "Europan 9" den ersten Platz belegt haben. Nach ihren Vorstellungen soll als Gegenstück zum Stadtkern ein "Grünkern" auf dem Gelände entstehen - mit Erholungsflächen, sportlichen und kulturellen Angeboten.

Einigen Babenhäusern erscheinen die Pläne zu optimistisch. Karl-Heinz Mannel aus Harreshausen befürchtet, die Kaserne werde zu einer zweiten Stadt. "Mit der B 26 als Trennlinie ist das fast unvermeidlich", meint er. Christoph Ruppert aus Darmstadt wundert sich über das mangelnde Interesse junger Leute. "Für junge Familien kann das ein attraktives Wohngebiet werden", urteilt der 24-Jährige, "ich könnte mir schon vorstellen, hier zu leben." (eda)

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