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Zustimmung für Rastplatzausbau

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Die Raststätte Alsbach soll umgebaut werden.
Die Raststätte Alsbach soll umgebaut werden. © André Hirtz

Der Protest der Gemeinde zeigt Wirkung: Das Bundesverkehrsministerium stimmt der eingeschränkten Erweiterung des Rastplatzes an der „Raststätte Alsbach“ zu. Der Bau an der Autobahn 5 Richtung Süden beginnt nicht vor 2021.

Das Bundesverkehrsministerium hat der von der Gemeinde angestrebten eingeschränkten Erweiterung des Rastplatzes an der „Raststätte Alsbach“ von 186 auf 102 Stellplätze für Lastkraftwagen zugestimmt. Diese Nachricht überbrachte jetzt Bürgermeister Georg Rausch den Gemeindevertretern.

Damit hat der Protest der Gemeinde Wirkung gezeigt, der mehr als zwei Jahre zurückliegt. Im Oktober 2013 hatten sich die Mitglieder des Bauausschusses vor Ort ein Bild von der geplanten Erweiterung der Rastanlage Alsbach an der Autobahn 5 Richtung Süden gemacht. Die Vorstellung, dass hier künftig 186 statt bisher 24 Stellplätze für Lastkraftwagen ausgewiesen werden könnten, sorgte – nicht nur aufgrund des Flächenbedarfs von etwa 5,6 Hektar – beinahe sofort für Unwohlsein.

Kurz wurde diskutiert, am Ende einigten sich die Gemeindevertreter auf eine gemeinsame Linie, auch wenn sie sich damit gegen die Bundesrepublik als Auftraggeber und die Verkehrsplanungsbehörde Hessen Mobil als ausführende Institution stellen mussten. CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Bubenzer brachte als Zahl die Obergrenze von 100 Stellplätzen ins Spiel, SPD-Vorsitzender Peter Scheffler sprach davon, notfalls den Klageweg beschreiten zu müssen-

Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen setzten Gemeindevertreter wie auch Hessen Mobil sehr schnell auf Dialog. Während die Gemeinde bei einem Planer einen Entwurf zur Reduzierung der Stellplätze in Auftrag gab, begab sich auch Hessen Mobil im Verlauf des Verfahren auf Kooperationskurs. Deren Vertreterin Katja Belhouch, die die aufgrund des Protests reduzierte Planung zwischenzeitlich im Bauausschuss vorgestellt hatte, erklärte damals: „Unser Auftrag ist es zwar, das erhebliche Defizit an Stellplätzen an der Autobahn zu reduzieren und bestenfalls zu beseitigen. Wir haben aber auch das Ziel einer schnellen Umsetzung vor Augen.“

Platzmangel an den Autobahnen in der Nacht

„Schnell“ ist in diesem Zusammenhang aber relativ. Erst ungefähr zwei Jahre nach den Gesprächen im Bauausschuss kommt jetzt die Meldung seitens des Verkehrsministeriums. Und dass schon in näherer Zukunft die Bagger rollen, müssen Ausbaugegner der Rastanlage ebenfalls nicht befürchten. „Frühester Baubeginn ist wohl 2021“, betonte jetzt Hessen-Mobil-Sprecher Jochen Vogel, dass die Planungen nun in die Baurechtschaffung gehen würden. „Wir rechnen mit einem Planfeststellungsverfahren.“ Das Regierungspräsidium werde dann das Anhörungsverfahren durchführen, in dem weitere Bedenken gegen das Verfahren abgewogen werden. Erst dann werde der Bund als Geldgeber die Finanzierung freigeben.

„In dem Vorgespräch mit Hessen Mobil, unseren Sachbearbeitern und mir wurde noch einmal darauf hingewiesen“, betont derweil Bürgermeister Georg Rausch, „dass der Ausgleich beziehungsweise die Eingriffskompensation über das Ökopunktekonto der Gemeinde erfolgen soll“. Mit anderen Worten: Der Flächenverbrauch an der Rastanlage und Eingriffe in die Natur sollen sich für die Gemeinde zumindest finanziell bezahlt machen. Eine wirklich große Rastanlage ist der Alsbacher Standort für Hessen Mobil nach Angaben von Vogel allerdings nicht mehr. Und die Reduzierung der Lkw-Stellplätze von 186 auf 102 bedeutet auch, dass die hier nun fehlenden Plätze an anderer Stelle geschaffen werden müssen.

Denn vor allem nachts herrscht Platzmangel an Deutschlands Autobahnen. Schon Anfang 2015 erklärte Verkehrsminister Alexander Dobrindt: „Im letzten Jahr haben wir bereits über 2000 neue Parkplätze in Betrieb genommen, 4000 weitere sind in Bau oder Planung. Davon werden allein 2015 rund 1800 neue Parkplätze freigegeben.“ (eda)

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