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Zuspätkommen ist tabu

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20 Paten helfen Weiterstädter Schülern beim start ins Berufsleben.

Der aufgeweckte Blondschopf möchte Fußballprofi werden - falls das nicht klappt, Immobilienmakler. "Oder einfach mal sehen." Der Schüler nimmt die Sache mit der Berufswahl locker. Ihm ist nicht klar, dass er sich mit dem Zeugnis, das er jetzt bekommt, nach den Sommerferien für eine Ausbildungsstelle bewerben muss. Das Hauptproblem vieler Schüler, sagt Heike Horn. Sie gehört zu den Berufspaten, die am Mittwoch in der Hessenwaldschule mit Schülern über Berufswahl gesprochen haben.

Im Musiksaal sitzen Achtklässler, die im kommenden Jahr ihren Hauptschulabschluss machen wollen. Sie hören sich aufmerksam an, was Felix Müller und Christoph Beikler aus ihrem Ausbildungsalltag bei Opel zu berichten haben. Die klare Aussage der beiden: "Man muss mehr selbst machen als in der Schule" und "der Meister ist eine Respektsperson. Zuspätkommen und freche Antworten geben, gibt es einfach nicht". Sie erzählen von ihrem Einstellungstest, bei dem Wissen in Mathe, Physik und Deutsch abgefragt wurde. "Aber man muss auch wissen, wer die Bundeskanzlerin ist", sagen sie.

"Euch muss klar sein, dass ihr dran bleiben müsst, denn aufgrund der wirtschaftlichen Lage werden viele Azubis erst einmal nur auf Zeit übernommen", ergänzt Wilfried Vetter, Vorsitzender des Bildungsbeirats der Stadt Weiterstadt und seit 14 Jahren Bildungspate.

Der ehemalige Personalchef der Firma Merck schärft den Jugendlichen ein, Praktika zu machen - zusätzlich in den Ferien und auch ohne Bezahlung. "Damit könnt ihr Pluspunkte sammeln, zeigen, was ihr könnt und persönliche Kontakte knüpfen." Vetter macht den Schülern klar: "Es kommt nicht nur auf das Geld an, ihr müsst vor allem zufrieden in dem Beruf sein."

Die Teilnahme am Paten-Programm ist freiwillig. "Daraus ergibt sich manchmal das Problem, dass wir nicht die erreichen, die es nötig hätten", sagt Jürgen Mißback, Sozialarbeiter und Geschäftsführer der Initiative. Dabei sollten die Schüler die Chance nutzen. Nach den Sommerferien werden die Paten vermittelt. (eda)

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