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Zuschke wird wohl gehen

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Ein Bild aus harmonischen Zeiten: Cornelia Zuschke und Oberbürgermeister Jochen Partsch.
Ein Bild aus harmonischen Zeiten: Cornelia Zuschke und Oberbürgermeister Jochen Partsch. © André Hirtz

Darmstadts Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltdezernentin Cornelia Zuschke wird wohl doch nach Düsseldorf gehen. Ihre Wahl soll laut Zeitungsberichten am 7. Juli erfolgen.

Für Darmstadts Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltdezernentin Cornelia Zuschke stehen die Zeichen auf Abschied. Wie aus Düsseldorf zu erfahren war, soll die parteilose Politikerin in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt die Leitung des Dezernats für Bauen und Stadtplanung übernehmen. Bereits bei der nächsten Sitzung des Stadtrats – so heißt das dortige Stadtparlament – könnte Zuschke am 7. Juli in Düsseldorf gewählt werden, meldete die Zeitung „Rheinische Post“.

Dort heißt es, die Darmstädter Dezernentin werde seit Monaten als Favoritin auf den Posten gehandelt, der seit November vakant ist. SPD, Grüne und FDP hätten sich für Zuschke ausgesprochen, damit sei eine Mehrheit gesichert; die CDU habe sich noch nicht festgelegt.

Auf Anfrage erklärte Norbert Czerwinski, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Stadtrat, Zuschke sei dort „wieder im Gespräch“. Eine Wahl am 7. Juli „wäre wünschenswert“. Ende Mai hatte Czerwinski noch erklärt: „Cornelia Zuschke hat deutlich gemacht, dass sie in Darmstadt in der Verantwortung ist und daher nicht zur Verfügung steht.“ In der Folge sei das ganze Bewerbungsverfahren vorerst gestoppt worden.

In der Zwischenzeit habe es jedoch neue Kontakte gegeben, sagte der Düsseldorfer Politiker nun. „Wir haben ein Gespräch mit Frau Zuschke geführt, und das hat uns überzeugt.“ Zuschke habe erklärt, dass sie an der Führungsposition in der 600 000-Einwohner-Stadt interessiert sei. Sie habe dies aber mit der Bedingung verknüpft, dass es für sie im Düsseldorfer Stadtrat eine breite Mehrheit gebe. „Noch haben sich nicht alle Fraktionen entschieden. Aber es sieht gut aus.“

Die Lage in Darmstadt habe sich geändert, sagte Czerwinski als Begründung für Zuschkes offenkundigen Sinneswandel. Möglicherweise ist damit der Verlust der Mehrheit für die grün-schwarze Koalition gemeint. Dies steht allerdings seit Anfang März fest.

„Reich und erfüllend“

Die umworbene Politikerin ließ als Antwort auf eine detaillierte Frageliste über die städtische Pressestelle folgende Erklärung verbreiten: „Frau Zuschke bestätigt, dass es Gespräche zwischen ihr und den Verantwortlichen der Stadtregierung Düsseldorf über die Nachbesetzung der dortigen Baudezernenten-Stelle gegeben hat. Wenn es weitere Entscheidungen diesbezüglich gibt, wird Frau Zuschke die Öffentlichkeit darüber informieren.“

Diese Informationen dürften auch in den Kreisen der grün-schwarzen Koalition mit Spannung erwartet werden. Die Fraktionsvorsitzenden Yücel Akdeniz (Grüne) und Hartwig Jourdan (CDU) sagten auf Anfrage übereinstimmend, nach ihrer Kenntnis werde Zuschke definitiv in Darmstadt bleiben. Die Dezernentin habe in verschiedenen Gremien versichert, sie habe sich „ganz klar für Darmstadt entschieden, weil sie hier noch viele Projekte voranbringen will“, erklärte Akdeniz. Dennoch nach Düsseldorf zu wechseln, „würde nicht zu ihrer Art passen“. Akdeniz räumte ein, dass die Darmstädter Koalition in diesem Fall „dumm dastehen“ würde. „Das wäre für uns alle eine ganz schwierige Situation.“

Erste Gerüchte über einen Wechsel Zuschkes nach Düsseldorf gab es bereits vor der Kommunalwahl im März. Damals hatte Zuschke auf Anfrage erklärt, sie habe sich nicht in Düsseldorf beworben und fühle sich in Darmstadt sehr wohl, die Arbeit dort sei „reich und erfüllend“.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) ergänzte, Cornelia Zuschke werde auch künftig dem Darmstädter Magistrat angehören. In der Folgezeit hatte Zuschke Anfragen zu dem Thema stets mit dem Hinweis beantwortet, es gebe keinen neuen Sachstand.

Nach Informationen aus Düsseldorf werden Dezernenten dort für acht Jahre gewählt; in Hessen sind es nur sechs Jahre. Zudem sei eine Abwahl von Dezernenten in Nordrhein-Westfalen unüblich. Der Verdienst soll in den Großstädten vergleichbar sein. (bad)

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