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Zurück ins echte Leben

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Das neue Kompetenzzentrum Online-Spielsucht, kurz OSS Darmstadt, öffnet am Dienstag seine Beratungsstelle.

Manche Sätze können ein Alarmsignal sein. „Ich kann nachts oft nicht schlafen, weil ich dauernd an meinen Avatar denken muss.“ Bei Eltern, Freunden oder Pädagogen sollten die Alarmglocken läuten, wenn sie so etwas hören. Das sogenannte Craving, das unstillbare Verlangen nach dem Computerspiel, kann ein Anzeichen für Sucht sein.

Hilfe bietet das neue Kompetenzzentrum Online-Spielsucht, kurz OSS Darmstadt, das am Dienstag, 31. August, seine Beratungsstelle in der Elisabethenstraße 29 eröffnet.

Unter Trägerschaft des Drogenhilfe-Fördervereins Menetekel und mit 20?000 Euro von der Stadt wird bis Mai 2011 der Sozialpädagoge Olaf Peter bei OSS Darmstadt Ansprechpartner sein für Suchtkranke, ihre Familien und das Fachpersonal. Die Beratungszeiten sind beschränkt auf zwei Stunden pro Woche: dienstags von 18.30 bis 20.30 Uhr. Darüber hinaus behilft sich OSS Darmstadt mit einer sogenannten Cold-Line, einem Anrufbeantworter, den Betroffene anrufen können und der täglich abgehört wird. Einen Rückruf soll es innerhalb von 24 Stunden geben.

Ansonsten liegt der Schwerpunkt des Angebots im Internet. Die Webseite, die ebenfalls am Dienstag online gehen soll, bietet Vernetzung, Unterstützung, Informationen, Möglichkeiten zum Austausch und zur Interaktion in drei getrennten Bereichen für Betroffene, Angehörige und Experten.

Mithilfe von alternativen Freizeitmöglichkeiten sollen Suchtkranke aus der virtuellen Welt herauskommen. Denn eine Computer-Abstinenz sei im elektronischen Zeitalter unmöglich, sagt Sozialpädagoge Peter. Ziel sei die Rückgewinnung von Selbstkontrolle. Zunächst geht das Projekt in eine einjährige Testphase. Sie soll auch dazu dienen, Zahlen zu sammeln. Noch weiß niemand, wieviel Betroffene es in Darmstadt gibt.

Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) lobt die Sucht- und Drogenhilfe in Darmstadt als gut vernetzt. Es sei eines der wichtigsten kommunalen Handlungsfelder, denn Sucht führe zur sozialen Ausgrenzung und individuellen Verelendung. Mit OSS Darmstadt werde das bestehende Angebot um einen wichtigen Baustein erweitert. ( rwb)

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