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Zu wenig einsatzfähige Trams in Darmstadt

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Von: Annette Schlegl

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Statt der Straßenbahn müssen die Fahrgäste aus Arheilgen vom 31. Oktober an Ersatzbusse nehmen.
Statt der Straßenbahn müssen die Fahrgäste aus Arheilgen vom 31. Oktober an Ersatzbusse nehmen. © Rolf Oeser

Wegen fehlender Ersatzteile gibt es in Darmstadt zu wenig einsatzbereite Straßenbahnen. Schuld ist unter anderem der Ukraine-Krieg. Ersatzbusse sollen nun verkehren.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirkt sich auf den öffentlichen Nahverkehr in Darmstadt aus. Dem Verkehrsunternehmen Heag mobilo fehlen nämlich für die Reparatur und Instandhaltung von Straßenbahnen wichtige Ersatzteile, die bisher in der Ukraine produziert wurden. Die Straßenbahnlinie 4, die zwischen den Stadtteilen Arheilgen und Kranichstein verkehrt, wird deshalb vom 31. Oktober an voraussichtlich bis zum Ende der hessischen Sommerferien 2023 durch Busse ersetzt.

Viele Probleme erschweren den Straßenbahnbetrieb in Darmstadt

Längsstangen oder Federpakete für Drehgestelle der Straßenbahnen seien zum Beispiel Ersatzteile, die in der Ukraine hergestellt werden, erklärt Heag-mobilo-Sprecherin Karin Kunitsch auf FR-Nachfrage. Darüber hinaus hätten auch andere Hersteller Lieferschwierigkeiten, weil sie von Zulieferern abhängig sind, die wegen der akuten Rohstoffknappheit aktuell nicht liefern können. Die strenge Non-Covid-Politik in China führe ebenfalls zu Lieferengpässen. Ähnliche Probleme gebe es zwar auch bei Ersatzteilen für Busse, allerdings sei hier die Lage entspannter.

Bei den Straßenbahnen verschärft sich die Situation zusätzlich, weil Tram-Fahrzeuge in jüngster Zeit in Unfälle verwickelt wurden. Sie seien für mehrere Monate nicht einsatzbereit, so Heag mobilo.

Aktuell 34 Straßenbahnen sind in Darmstadt zu wenig für einen regulären Betrieb

Das Unternehmen sucht zwar mit Hochdruck nach Ersatzlieferanten und ist mit anderen Verkehrsbetrieben, die den gleichen Fahrzeugtyp einsetzen, im regelmäßigen engen Austausch. Allerdings stehen derzeit trotzdem nur 34 Fahrzeuge zur Verfügung – zu wenig für den regulären Fahrgastbetrieb. Auf verschiedenen Straßenbahnlinien mussten deshalb in den vergangenen Wochen immer wieder Fahrten ausfallen. „Zu viele Fahrzeuge waren in der Werkstatt“, so Kunitsch.

Die Ersatzbusse, die in zweieinhalb Wochen auf der Straßenbahnlinie 4 verkehren sollen, entspannen die Lage für das Darmstädter Verkehrsunternehmen. „Damit haben wir für die übrigen Linien mehr Fahrzeuge“, sagt die Heag-mobilo-Sprecherin. Das bedeutet dort auch weniger Fahrtausfälle und einen verlässlicheren Fahrplan.

Ersatzbus-Verkehr bringt für Fahrgäste in Darmstadt Vorteile mit sich

Der Ersatzbus-Verkehr komme den Menschen im Darmstädter Norden sogar entgegen, sagt Michael Kolmer, Mobilitätsdezernent der Stadt. Sie haben damit eine Direktverbindung. Die Frankfurter Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt und die Fahrgäste können somit bisher nur bis zum Nordbad mit der Straßenbahn fahren. Dort müssen sie in einen Bus umsteigen.

Vom 31. Oktober an bleiben sie einfach im Bus sitzen, fahren umsteigefrei in die Darmstädter Innenstadt. Die Ersatzbuslinie 8E fährt von Arheilgen zum Luisenplatz, die Ersatzbuslinie 5E von Kranichstein aus dorthin.

Die Busse sind auch öfter unterwegs als die Straßenbahnen der Linie 4, die im 15-Minuten-Takt fahren. Montags bis freitags verkehren sie tagsüber im 7,5-Minuten-Takt sowie Samstag- und Sonntagnachmittag im 10-Minuten-Takt.

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