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Zeuge verweigert die Aussage

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Weil ein Zeuge sich weigert, eine Aussage zu machen, ist der Prozess wegen schweren Raubes vertagt worden. Der Zeuge bekam ein Ordnungsgeld von 150 Euro. Als nächstes droht ihm Beugehaft.

Eigentlich sollte am 5. März im Prozess gegen fünf junge Männer, denen mehrfacher schwerer Raub vorgeworfen wird, nach sechs Verhandlungstagen das Urteil gefällt werden. Doch es kam anders.

Bevor Staatsanwaltschaft und Anwälte der Beschuldigten plädieren sollten, war noch ein Zeuge geladen. Ein junger Mann, mit den Beschuldigten bekannt, sollte aussagen. Doch er weigerte sich strikt. Seine Anwältin habe ihm dazu geraten, sagte er. Das Gericht sah keinen Grund für diese Argumentation. Da der Zeuge sich aber standhaft weigerte, außer seinen Personalien weitere Angaben zu machen, wurde er mit einem Ordnungsgeld von 150 Euro belegt und entlassen.

Das Gericht hätte auf die Aussage des Mannes verzichtet, die Anwälte der Angeklagten bestehen jedoch darauf. Deshalb muss der Mann nun erneut geladen werden. Sollte er dann noch immer nicht aussagen, droht ihm Beugehaft. Da das Gericht im laufenden Verfahren nicht länger als 21 Tage pausieren darf, weil sonst der Prozess neu aufgerollt werden müsste, wurden für den 18. März und den 1. April jeweils um 9 Uhr kurze Termine anberaumt, bei denen es lediglich Rechtsbelehrungen gibt oder frühere Urteile gegen die teilweise einschlägig vorbestraften Angeklagten verlesen werden.

Die fünf jungen Männer werden beschuldigt, unter anderem in Rüsselsheim und in Mühltal Senioren in ihren Wohnungen überfallen zu haben, um Geld zu erpressen. In Mühltal hatten sie ein hochbetagtes Ehepaar regelrecht gefoltert, um den Tresorschlüssel zu bekommen. (hde)

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