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Die Zeichen stehen auf Ampel

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Nur verhaltene Freude bei der SPD-Spitzenkandidatin Christel Sprößler nach der Wahl.
Nur verhaltene Freude bei der SPD-Spitzenkandidatin Christel Sprößler nach der Wahl. © Guido Schiek

Die SPD geht auf Partnersuche / FDP sieht sich in Verantwortung.

Die rot-grüne Mehrheit im Kreistag scheint gebrochen. Das wirft Fragen auf. Wer arbeitet mit wem zusammen? Setzt sich die Keisspitze ab Oktober neu zusammen? Wie wollen die großen Fraktionen der Alternative für Deutschland im Kreistag begegnen?

Am Tag nach der Wahl hat sich der Trend bestätigt. Die rot-grüne Koalition dürfte ihre Mehrheit im Darmstadt-Dieburger Kreistag verloren haben. Das ergab zu Redaktionsschluss der Zwischenstand beim Auszählen der kumulierten und panaschierten Stimmen bei 163 von 244 Wahlbezirken. Demnach kommt die SPD auf 33,0 Prozent der Stimmen und 23 Sitze. Die CDU bleibt mit 26,4 Prozent (19 Sitze) zweitstärkste Kraft vor der AfD mit 12,7 Prozent (neun Sitze) und den Grünen, die 13,7 Prozent (zehn Sitze) erhalten. Es folgen die FDP mit 6,0 Prozent (vier Sitze), Linken mit 3,7 Prozen (drei Sitze) und die Freien Wähler, die 3,2 Prozent (zwei Sitze) bekommen. Ein Mandat behalten die Piraten bei 1,3 Prozent.

An der SPD führt damit kein Weg vorbei. Wer sind ihre Koalitionspartner? Christel Sprößler, Spitzenkandidatin der Kreis-SPD, findet es schwierig, Koalitionsaussagen zu treffen, bevor das Endergebnis feststeht, teilt sie mit. „Wir würden unsere Koalition mit den Grünen gerne fortsetzen, allerdings fehlen uns hierfür – sofern es beim Stand vom Sonntag bleibt – noch vier Mandate“, bedauert sie. Dann biete sich nur die Ampelkoalition mit der FDP an. Sollte sich das Ergebnis noch verbessern, wären auch die Freien Wähler oder die Linken für Sprößler eine Möglichkeit. „Parallel dazu werden wir auch mit der CDU Gespräche führen und alle Möglichkeiten sondieren. Eines steht für die Sozialdemokratin allerdings fest: „Ganz gewiß wird es keine Gespräche mit der AfD geben.“

Susanne Hoffmann-Maier aus Modautal als Spitzenkandidatin der Kreis-Grünen ist grundsätzlich bereit, „mit allen zu reden – außer der AfD“. Die Grünen müssen aber notgedrungen erst mal abwarten, was die SPD macht. Hoffmann-Meier erinnert jedoch daran, dass es im vergangenen Jahr bereits eine Aussage zur Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses gegeben habe. „Wir haben ja auch auf den Landrat-wahlkampf verzichtet“, sagt sie.

Wunschlösung Große Koalition

Eine Große Koalition hält sie für unwahrscheinlich. „Ich denke, dass Frau Sprößler zu ihrem Wort steht.“ Nach Stand der Dinge am gestrigen Abend kam nur die FDP als dritter Bündnispartner für eine einigermaßen stabile Mehrheit in Betracht. Eine Abwahl der beiden Wahlbeamten neben dem Landrat – Erster Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann (Grüne) und Rosemarie Lück (SPD) hält sie auch in einem Dreierbündnis für unwahrscheinlich. Beide hätten gute Arbeit gemacht.

Mit der AfD müsse man im Kreistag „gelassen umgehen“ und dürfe sie nicht durch Hysterie aufwerten. „Man muss schauen, was sie sachlich von sich geben“, sagt Hoffmann-Meier.

Eine Koalition ist für den CDU-Spitzenkandidaten Lutz Köhler (Weiterstadt) „offen gegenüber“. Aus Köhlers Sicht wäre die sogenannte Große Koalition ohnehin die beste Lösung. „In Anbetracht der Aufgaben, die vor uns liegen, braucht es eine sichere Mehrheit“, sagt der bisherige Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Die Unterbringung der Flüchtlinge und die Konsolidierung des Haushalts nennt er als vordinglich. In einem Dreier- oder Vierer-Bündnis sei das nur schwer zu bewältigen.

Trotz der zum Teil heftigen Kritik an der SPD in der Vergangenheit, geht Köhler davon aus, dass „wir mit der SPD gut zusammenarbeiten“. Eine Große Koalition würde sich auch auf die hauptamtlichen Kreisbeigeordneten auswirken. Einen der beiden Posten würde Köhler dann für die CDU beanspruchen. (rf/bach)

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