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Das Wunschbecken kostet mehr

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Ein 50-Meter-Becken ist Pflicht im Neubau des Nordbads. (Symbolbild)
Ein 50-Meter-Becken ist Pflicht im Neubau des Nordbads. (Symbolbild) © Andreas Arnold

Sportdezernent Reißer (CDU) will im Nordbad-Neubau ein 50-Meter-Becken. Sonst ist der Sportbetrieb der Vereine nicht mehr möglich. Bei dem Kostenrahmen von 13 Millionen Euro muss es nicht bleiben.

Es kann schon mal vorkommen, dass Schwimmer am frühen Morgen am Nordbad vor verschlossenen Türen stehen. Immer dann, wenn die Technik mal wieder versagt hat. Das ist in den vergangenen Jahren häufiger passiert, denn die Anlage ist vier Jahrzehnte alt, das Nordbad seit langem sanierungsbedürftig. „Wir befürchten, dass der TÜV es irgendwann mal dicht macht“, sagt Michael Schwalm. Der Abteilungsleiter der Triathleten in der SG Arheilgen hat mit Vertretern anderer Schwimmsport treibender Vereine die Interessengemeinschaft (IG) Nordbad gegründet, mit dem Ziel, den Neubau des Bades zu forcieren.

Keine abschließenden Antworten

Dass das Hallenbad abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll, steht längst fest. Doch die Stadt hat noch keinen Plan, wie die Anlage aussehen wird. 25 oder 50 Meter lang? Acht oder zehn Bahnen breit? Antworten gibt es noch nicht abschließend. Aber Absichtsbekundungen des Sportdezernenten. „Eine 50-Meter-Bahn wäre wichtig für die Sportstadt Darmstadt“, sagt Rafael Reißer (CDU).

Das käme den Interessen der in der IG Nordbad zusammengeschlossenen Vereine entgegen. „Diese Größe ist unumgänglich“, sagt der Vorsitzende des DSW 1912, Thomas Kipp. Ohne eine 50-Meter-Bahn, die es schon jetzt im Nordbad gibt, sehen er und die anderen Vereins- und Abteilungsleiter ihren Sportbetrieb als kaum mehr möglich an. Deshalb gab es vor drei Jahren bei den Sportlern einen Aufschrei, als die Stadtverordnetenversammlung beschloss, ein Erlebnisbad mit Rutsche statt eine Trainingsstätte zu bauen. Für knapp 20 Millionen Euro. Unter dem Eindruck der maroden Finanzlage der Stadt wurde abgespeckt. Der Spaßfaktor ist gestrichen, ein Sportbad mit neuer Technik auch für das benachbarte DSW-Freibad ist geplant.

"13 Millionen plus x"

13 Millionen Euro sind veranschlagt. Doch bei dem Kostenrahmen muss es nicht bleiben. Reißers Pläne für das Sportbad können teurer werden. „Sinnvoll wäre es, wenn das Becken 50 Meter lang und 25 Meter breit wäre“, sagt er. Dann könnte es bei Bedarf in zwei 25 mal 25 Meter große Becken geteilt werden. Reíßer kann sich dabei der Unterstützung der IG Nordbad sicher sein. „Denn eine kleinere Wasserfläche wäre für die rund 186 000 Nutzer jährlich nicht ausreichend“, sagt IG-Vorsitzender Schwalm. Und der Bedarf an Schwimmmöglichkeiten dürfte steigen. Denn nicht nur das Nordbad, dessen Dach undicht ist und wo Wasser durch die Kacheln versickert, ist akut sanierungsbedürftig. Das gilt auch für das Trainingsbad am Woog. Wenn das dicht macht, erhöht sich der Druck auf das Nordbad.

Aber das von den Vereinen gewünschte und vom Sportdezernenten gewollte 50 mal 25 Meter große Becken wäre teurer als die veranschlagten 13 Millionen Euro. „13 Millionen plus x“, lautet Reißers Kalkulation. Wie sollen die Mehrkosten finanziert werden? Reißer könnte sich eine Umschichtung vorstellen. Da das Bad der benachbarten Graupnerschule in die Jahre gekommen ist, könnte sich die Stadt dessen Sanierung oder Neubau sparen. Das Geld könnte ins Nordbad fließen, die Schüler könnten diese Anlage nutzen. Beschlossen ist dies noch nicht. Die Stadt ist erst in der Vorplanung. Für Michael Schwalm und seine Interessengemeinschaft Nordbad steht indes fest: „Es muss schnell etwas passieren.“ rf

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