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In der Kiesstraße sind neue Wohnungen entstanden, doch der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt.

Darmstadt

Wohnungspreise auf Rekordhoch

Die wachsende Einwohnerzahl lässt Immobilien und Grundstücke teurer werden. Der Preisanstieg ist allumfassend. Er beträgt zwischen vier und fünf Prozent.

An der Kiesstraße sind in den vergangenen Monaten 42 Wohnungen entstanden, 61 weitere sind direkt daneben geplant, dort, wo noch das Gebäude des Verwaltungsseminars steht. Beide Projekte zählen zu den größeren Wohnungsbauvorhaben im Stadtgebiet. „Die Nachfrage nach Wohnungen ist stark“, sagt Investor Ergün Karakaya. Die Folge: Wer in Darmstadt ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück kaufen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Laut dem demnächst erscheinenden Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses haben sie Rekordniveau erreicht.

Der Preisanstieg ist allumfassend. Er beträgt zwischen vier und fünf Prozent. Das wird gerade bei Eigentumswohnungen, einem in einer Großstadt bedeutenden Marktsegment, deutlich. Im vergangenen Jahr kostete ein Quadratmeter durchschnittlich 3472 Euro – Autostellplatz inklusive. Das bedeutet, dass innerhalb von zwei Jahren die Preise um über elf Prozent gestiegen sind. Zum Vergleich: Noch 2011 musste der Käufer einer Eigentumswohnung weniger als 3000 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

Der Markt ist wie leergefegt

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Häusern. Kostete ein gebrauchtes Reihenhaus im Jahre 2010 im Schnitt noch 277 000 Euro, waren es zwei Jahre später bereits 321 000 Euro. Und im vergangenen Jahr, dessen Kaufverträge der Gutachterausschuss jetzt ausgewertet hat, erreichte der Durchschnittspreis gar 338 000 Euro. Auch neue Reihenendhäuser sind auf Rekordniveau: 515 000 Euro kosten sie im Schnitt, Doppelhäuser 562 000 Euro.

Kein anderes Bild bietet sich beim Blick auf die Grundstückspreise. Die sogenannten Bodenrichtwerte, die der Gutachterausschuss als durchschnittlichen Quadratmeterpreis angibt, waren vor 2011 einige Jahre konstant. 2013 sind auch sie gestiegen – im gesamten Stadtgebiet mit Ausnahme des Stadtteils Wixhausen. In der Regel ist eine Erhöhung zwischen zehn und 25 Euro pro Quadratmeter Baugrund zu verzeichnen. Die Preisspanne reicht im Stadtgebiet von 170 Euro im Carl-Schenck-Ring bis zu 5000 Euro in der City, wobei dieser Betrag mangels Bauplätzen nur eine rechnerische Größe ist.

Logische Folge

Aus der Sicht der Immobilienmakler ist der Preisanstieg logische Folge des Auseinanderklaffens von Angebot und Nachfrage. „In der Stadt gibt es einen Zuzugsdruck“, sagt der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Lothar Ehl-Theis. Das bestätigt der Blick in die Statistik des Einwohnermeldeamtes: Ende 2012 gab es 150 155 Darmstädter, im Juli dieses Jahres waren es bereits 152 459. Das ist auf dem Immobilienmarkt spürbar. „Der Markt ist wie leergefegt“, sagt der für Darmstadt zuständige Sprecher des Immobilien-Verbands Deutschland (IVD), Frank Fischer.

Für Gutachterausschuss und Makler bleibt der Trend auch in den nächsten Jahren konstant. „Der Preisanstieg geht ungebremst weiter“, ist sich Gutachter Lothar Ehl-Theis sicher. (rf)

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