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„Wohnen mit Hilfe“ startet mühsam

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Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Studentenwerks kommt nicht in Fahrt. Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Ist in einem Haus oder einer Wohnung ein freies Zimmer vorhanden und besteht gleichzeitig der Wunsch nach Unterstützung im Alltag, übernimmt ein Studierender kleine Hilfeleistungen und kann dafür günstiger wohnen.

Rund 45 000 Studierende gibt es in Darmstadt. Die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe ist für viele eine große Herausforderung. Deshalb hat das Studentenwerk Darmstadt, das Studierende der Technischen Universität sowie der Hochschule in Alltagsfragen unterstützt, das Projekt „Wohnen für Hilfe“ initiiert.

Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Ist in einem Haus oder einer Wohnung ein freies Zimmer vorhanden und besteht gleichzeitig der Wunsch nach Unterstützung im Alltag, übernimmt ein Studierender kleine Hilfeleistungen und kann dafür günstiger wohnen. Ursula Frühwein, Abteilungsleiterin des Bereichs Beratung und Soziale Dienste beim Studentenwerk, hat dafür drei Zielgruppen ausgemacht: ältere Menschen, die alleine leben, Familien und Alleinerziehende, die sich Entlastung bei der Kinderbetreuung wünschen sowie Menschen mit Handicap.

Noch ist das Interesse gering

Bei den statt Miete eingeforderten Dienstleistungen ist die Bandbreite groß: Putzen, Einkaufen, Straße fegen, Gartenarbeit, kleine Reparaturen, Chauffeurdienste, Hausaufgabenbetreuung, Versorgung von Haustieren, Unterstützung beim Umgang mit Computern. Auch ein Tausch von Wohnraum gegen Sprach- oder Musikunterricht oder die Begleitung bei Ausflügen oder Veranstaltungen ist denkbar. Pflegerische Tätigkeiten sind hingegen ausgeschlossen.

Das Modell „Wohnen für Hilfe“ ist an sich nicht neu und wurde in anderen Universitätsstädten bereits erfolgreich umgesetzt. Freiburg nimmt mit 200 vermittelten Wohnpartnerschaften pro Jahr eine Spitzenposition ein. In Darmstadt steckt das Projekt dagegen noch in den Kinderschuhen: Derzeit stehen 15 hilfsbereiten Studenten gerade mal drei Wohnraumanbieter gegenüber.

„Bei den Studierenden ist das Interesse natürlich größer“, erklärt Frühwein, „zumal sie so die Chance haben, ihre finanzielle Abhängigkeit von den Eltern zu verringern.“ Das Studentenwerk konzentriert sich derzeit vor allem darauf, Wohnraumanbieter zu finden. „Ich denke, viele ältere Menschen könnten geeignete Zimmer anbieten“, ist Frühwein überzeugt. „Und viele finden die Idee ja gut, werden dann aber zögerlich, wenn es konkreter wird.“ Das Studentenwerk unterstützt potenzielle Wohnpartner deshalb mit einer umfassenden Beratung.

Doch erst einmal braucht das Projekt „Wohnen für Hilfe“ selbst etwas Anschub. Ursula Frühwein ist aber überzeugt: „Wenn beide Seiten mit einem guten Gefühl in ihre Wohnpartnerschaft einsteigen, dann ist dieses Modell für beide Seiten ein Gewinn.“ (wka)

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